Fortuna Düsseldorf II: Felix Könighaus’ Neustart

Fortuna II vor Rückrundenauftakt : Könighaus’ Neustart

Der Linksverteidiger von Fortunas Regionalliga-Fußballern hat zwei langwierige Verletzungen hinter sich. Am Sonntag wird er in Bonn wohl sein Comeback feiern.

Als der Ball genau vor seine Füße springt, fackelt Felix Könighaus nicht lange. Der 19-Jährige lässt die Kugel kurz auftippen, nimmt Maß und drischt sie mit voller Wucht ins kurze Eck. Das Tor, der 2:1-Führungstreffer im Testspiel gegen den TSV Steinbach am vergangenen Mittwoch, ist der Lohn einer wahren Willensleistung. Zwar verlieren Fortunas Regionalliga-Fußballer am Ende noch relativ deutlich mit 2:4, das Resultat verkommt jedoch zum lässlichen Randaspekt. Viel wichtiger ist die Tatsache, dass Könighaus sich zurückgekämpft hat und wieder angreifen kann.

Das vergangene halbe Jahr war ein ziemlich düsteres Kapitel seiner noch jungen Karriere. Der Linksverteidiger, der im Sommer vom rheinland-pfälzischen Oberligisten TuS Koblenz zu den Flingernern gewechselt war, verpasste quasi die gesamte Hinrunde, weil ihn zwei hartnäckige Verletzungen außer Gefecht gesetzt hatten. Zunächst ein gebrochener Zeh, wenig später – noch langwieriger – eine Schambeinentzündung.

„Das war eine sehr schwierige Zeit“, sagt der 19-Jährige rückblickend. „Ich bin neu nach Düsseldorf gezogen und habe am Anfang im Kolpinghaus gewohnt. Da war ich relativ alleine.“ Deshalb fährt der Jungspund zu seinen Eltern ins beschauliche Fehl-Ritzhausen im Westerwald, um dort wieder richtig auf den Damm zu kommen und neuen Mut zu schöpfen. Mit Erfolg. „Meine Familie hat mir Kraft gegeben“, betont er.

Bis zu seinem Wechsel zur „Zwoten“ wohnt der gebürtige Hachenburger in dem 780-Einwohner-Ort, besteht sein Abitur und bastelt an der Fußballkarriere. Über die SG Betzdorf und die Sportfreunde Eisbachtal gelangt Könighaus in die Nachwuchsabteilung der TuS Koblenz. Dort weckt er – übrigens auf einer anderen Position – das Interesse von Anel Dzaka, dem Trainer der Profi-Mannschaft. „Ich habe damals offensiver gespielt, bevor ich zum Linksverteidiger umgeschult wurde“, erzählt der 19-Jährige.

Dzaka, dem ehemaligen Bundesliga-Profi, verdankt Könighaus einiges. „Er hat mich hochgezogen und super motiviert.“ Bereits in seinem ersten A-Jugend-Jahr wirft der Koblenzer Coach seinen ehemaligen Schützling kurz vor dem Abstieg aus der Regionalliga ins Rennen und schenkt ihm am letzten Spieltag ein paar Einsatzminuten. In der vergangenen Saison wächst Könighaus dann als feste Größe des Oberliga-Teams heran und absolviert 32 Spiele. Das Angebot aus Düsseldorf lässt nicht lange auf sich warten, und Könighaus nimmt es an. Den Ausschlag gibt letztlich „mein Bauchgefühl“.

Seine Entscheidung hat der 19-Jährige nicht bereut, trotz seiner Verletzungsmisere. Gleich im ersten Pflichtspiel der Saison gegen den SV Lippstadt (1:0) beginnt die Leidenszeit. Könighaus erinnert sich noch genau: „Das war in der 70. Minute. Ich habe mir den dicken Zeh am rechten Fuß gebrochen.“ Acht Wochen später ist die Blessur ausgeheilt, in der Partie gegen Fortuna Köln (1:1) reicht es daher für ein kurzes Comeback. Doch der nächste Nackenschlag folgt wenige Tage später: Schambeinentzündung, zugezogen im Training.

Auch davon hat sich Könighaus inzwischen erholt und ist wieder auf der Höhe. „Jetzt“, sagt der 19-Jährige kämpferisch, „fängt’s an. Darauf freue ich mich.“ Insbesondere auf das erste Ligaspiel des neuen Jahres am Sonntag (15 Uhr, Sportpark Nord) beim Bonner SC. Eventuell ist der Linksverteidiger sogar eine Option für die Startelf, auch wenn die Spielpraxis freilich noch ein wenig fehlt. Trainer Nico Michaty ist von Könighaus jedenfalls überzeugt. „Felix ist ein echter Teamplayer, ein toller Charakter“, sagt der Coach. „Seine Laufstärke ist eine Waffe, genau wie sein linker Fuß.“