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Fortuna Düsseldorf: Abwehr bleibt Fortunas Schwachstelle

Fortuna Düsseldorf : Abwehr bleibt Fortunas Schwachstelle

Bei der 2:3-Niederlage gegen Erzgebirge Aue wurden die Defizite in puncto Taktik und Defensivverhalten unübersehbar offen gelegt. Seit Saisonbeginn gibt es keinerlei Verbesserungen, was nicht gerade für Trainer Oliver Reck spricht.

So viele Tore wie Fortunas Abwehr kassiert, kann der Sturm gar nicht schießen. Diese Erkenntnis wurde gegen Erzgebirge Aue wieder einmal Realität. 26 Gegentore hat die Mannschaft von Trainer Oliver Reck in dieser Saison bereits kassiert - exakt genauso viele wie der Tabellenvorletzte VfR Aalen. Dass die Abwehr die Schwachstelle der Mannschaft ist, hatte sich bereits zu Saisonbeginn gezeigt.

Da Jonathan Tah und Bruno Soares gesperrt waren, bildeten Adam Bodzek und Dustin Bomheuer erstmals die Innenverteidigung. Als Außenverteidiger agierten die Stammspieler Julian Schauerte und Lukas Schmitz. Die neuformierte Abwehr darf jedoch keine Entschuldigung sein.

Gegentor 1 Aues Stürmer Stefan Mugosa düpiert Adam Bodzek mit einem Beinschuss, in Dustin Bomheuers Rücken enteilt Bobby Wood.

Gegentor 2 Patrick Schönfeld lässt Michael Liendl, Lukas Schmitz, Axel Bellinghausen und Adam Bodzek ganz alt aussehen und bedient Wood mustergültig, der nur noch den Fuß hinzuhalten braucht.

Gegentor 3 Axel Bellinghausen verliert das Duell gegen Vladimir Rankovic, der Mugosa steil schickt. Er gewinnt den Zweikampf gegen Ben Halloran und lässt Torhüter Michael Rensing keine Chance.

Die Analyse ergibt, dass Dustin Bomheuer zwar beim ersten Gegentor keine gute Figur und insgesamt kein gutes Spiel macht, doch dass die ersten beiden Gegentore vor allem auf Bodzeks Kappe gehen. Es zeigt sich während der gesamten Saison, dass er kein gelernter Innenverteidiger, sondern ein defensiver Mittelfeldspieler ist. Zudem fallen seit Wochen 80 Prozent der Gegentore über Fortunas linke Abwehrseite, woran vor allem Publikumsliebling Axel Bellinghausen beteiligt ist. Dieses Manko vermag er durch Kampfgeist nicht wettzumachen.

Die Begegnung gegen Aue hat erneut gezeigt, dass das Umschaltspiel nicht funktioniert. So wurde die Fortuna dreimal klassisch ausgekontert. Und auch wenn Oliver Reck sich demonstrativ vor Michael Liendl stellte, so hatte auch er Anteil an der Niederlage. Der Spielmacher wurde erstmals als Sechser aufgeboten. Dieser Rolle wurde der offensiv-orientierte Regisseur jedoch nicht gerecht. Er hatte zwar die meisten Ballkontakte und Torschüsse, doch verstand er es nicht, die Räume eng zu machen.

So war er eine taktische Fehlbesetzung von Reck. Und auch bei den Wechseln ließ Reck sein Bauchgefühl im Stich. Mathis Bolly, der Fortuna im letzten Heimspiel gegen Union Berlin in der Schlussminute das 1:0 beschert hatte, erst in der 85. Minute zu bringen, war ein Fehler.

Mindestens genauso schmerzlich wie die beiden Innenverteidiger wurden Sergio Pinto und Christopher Avevor im defensiven Mittelfeld vermisst. Sie sind in der Lage, den gegnerischen Spielaufbau zu unterbinden und schnelle Konter abzufangen. All das zeigt, dass Fortunas Behauptung, jede Position sei doppelt und gut besetzt, nicht stimmt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Fortuna - Aue: Einzelkritik