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Abstieg: Fortuna Düsseldorf stürzt nach 0:3 bei Union Berlin in die Zweite Liga

0:3-Niederlage bei Union Berlin : Fortuna stürzt in die Zweite Liga

Nach zwei Jahren in der Fußball-Bundesliga ist Fortuna Düsseldorf wieder zweitklassig. Die Mannschaft von Trainer Uwe Rösler unterliegt bei Union Berlin 0:3, während der 1. FC Köln bei Konkurrent Werder Bremen erwartungsgemäß klar verliert.

Als Schiedsrichter Harm Osmers die Partie an der Alten Försterei abpfeift, steht in den Gesichtern der Profis von Fortuna Düsseldorf nur noch Leere und Enttäuschung. Der Referee, über den im Vorfeld wegen seines Geburtsorts Bremen so viel diskutiert worden war, spielte dabei zum Glück keine maßgebliche Rolle – Fortuna hatte sich die 0:3-Niederlage bei Union Berlin durch eine ganz schwache Vorstellung selbst zuzuschreiben. Ebenso wie letztlich den Abstieg aus der Fußbal-Bundesliga, der nach 34 Spieltagen eben nie unverdient ist, auch wenn die Leistungen in der Rückrunde lange Zeit gut waren. Auf der Zielgeraden, als es richtig zählte, fehlte es dann an zu vielem.

Auf Schützenhilfe des 1. FC Köln zu hoffen, hatte ohnehin kaum jemand bei Fortuna gewagt, und das wäre auch vergeblich gewesen. Erwartungsgemäß zeigte der FC beim Düsseldorfer Konkurrenten Werder Bremen keine Gegenwehr, so dass dieser an Fortuna vorbei auf den Relegationsplatz zog.

Mit seiner Aufstellung überraschte Rösler die meisten im Fortuna-Umfeld. Zum einen, weil er ausgerechnet zum wichtigsten Spiel dieser Saison den in den vergangenen Wochen oft stärksten Abwehrspieler Andre Hoffmann aus der Startelf beförderte, zum anderen, weil er nominell gleich vier Spitzen ins Rennen schickte: Kenan Karaman, Rouwen Hennings, Steven Skrzybski und Erik Thommy. Letzterer sollte zwar in einem 3-4-3-System eher aus der zweiten Reihe nach vorn stoßen, doch liegt der Stuttgarter Leihgabe das Stürmen weit stärker im Blut als das defensive Denken.

„Wir wollen das Spiel gewinnen“, sagte Rösler dazu. „Wir haben die Spieler auf dem Platz, die in Form sind. Steven hat zum Beispiel einen Super-Eindruck hinterlassen. Wir müssen und wollen Tore machen, das spiegelt sich auch in der Aufstellung wider." Zanka Jørgensens Nominierung erklärte der Coach ebenfalls: „Union ist stark bei Standards. Zanka ist unser bester Kopfballspieler. Wir rechnen uns auch etwas bei offensiven Standards aus."

Auch, was die generelle Situation anbelangte, strahlte der Coach vor dem Anpfiff noch viel Zuversicht aus. „Der Akku ist voll. Wir nehmen die Situation an“, erklärte der 51-Jährige. „Es ist ein Plus für uns, dass wir von Anfang an wussten, dass wir gegen den Abstieg spielen. Wir sind nicht unruhig geworden, sind mental stark." Kurz vor 16 Uhr war es allerdings spätestens mit der Ruhe vorbei im Düsseldorfer Lager. Verständlicherweise war einigen Akteuren schon von Beginn an eine gewisse Nervosität anzumerken gewesen, so mancher Pass geriet nicht so präzise wie gewohnt. Und dann kamen auch noch die Spielstände hinzu: An der Alten Försterei geriet Fortuna selbst durch den Treffer des Ex-Bremers und -Kölners Anthony Ujah in Rückstand, an der Weser gelang Konkurrent Werder binnen kurzer Zeit ein Dreifach-Schlag zur 3:0-Führung gegen den 1. FC Köln. Damit waren die Düsseldorfer virtuell bereits in der Zweiten Liga.

Jørgensen verletzte sich zudem bei Ujahs Tor, so dass Hoffmann schneller als gedacht aufs Feld zurückkehrte. Der dänische Nationalspieler musste mit sechs Stichen am Kopf genäht werden, verspürte außerdem starke Kopfschmerzen und Schwindel. An diesem Wechsel lag es jedoch sicherlich nicht, dass Fortuna auch in der Folge nicht ins Spiel fand. Röslers Idee mit seinen dreieinhalb Angreifern lief ins Leere, weil aus dem Mittelfeld viel zu wenig kam. Das lag vor allem an der erneut ganz schwachen Vorstellung von Kevin Stöger, der ausgerechnet in der entscheidenden Saisonphase krass enttäuschte.

Aber in Berlin lagen neben dem Österreicher auch andere daneben. Zum Beispiel Kaan Ayhan, der sich vor dem 2:0 von Christian Gentner einen unnötigen Ballverlust leistete. Oder Karaman, dem deutlich zu viele Fehler unterliefen. Fortuna hatte einfach zu viele Schwachpunkte, und da half es auch nichts mehr, dass die Gäste in der Schlussphase alles nach vorn warfen und in Dawid Kownacki noch einen weiteren Stoßstürmer in die Partie warfen. Am Ende war alles vergebens und nicht erst nach Suleiman Abdullahis 3:0 die Tristesse riesig.

Statistik:

Union: Gikiewicz - Trimmel, Friedrich, Schlotterbeck, Reichel - Kroos (61. Malli), Prömel (66. Becker) - Bülter (81. Parensen), Gentner, Mees (62. Schmiedebach) - Ujah (61. Abdullahi). - Trainer: Fischer

Düsseldorf: Kastenmeier - Ayhan, Jörgensen (29. Andre Hoffmann), Gießelmann (62. Suttner) - Stöger, Bodzek (62. Morales) - Matthias Zimmermann, Thommy - Skrzybski (62. Kownacki), Hennings, Karaman (73. Zimmer). - Trainer: Rösler

Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)

Tore: 1:0 Ujah (26.), 2:0 Gentner (54.), 3:0 Abdullahi (90.)

Zuschauer: keine

Gelbe Karte: - Kownacki (4)

Torschüsse: 11:25

Ecken: 6:10

Ballbesitz: 45:55 %

Zweikämpfe: 89:105

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