Fifa: Klub-WM findet 2021 in China statt

Neuer Fifa-Wettbewerb : Klub-WM findet 2021 in China statt

Nächster Schritt auf dem Weg zu einer Fußball-Macht: China richtet 2021 die neue Klub-WM aus. Die Fifa hat damit erneut ein Turnier in ein umstrittenes Land vergeben.

Gianni Infantino grinste, seine Augen leuchteten. Nachdem das Fifa-Council die Vergabe der neuen Klub-WM 2021 "einstimmig" nach China durchgewunken hatte, geriet der Präsident richtig ins Schwärmen. "Es wird ein Wettbewerb, auf den sich jeder Mensch, jedes Kind und jeder, der Fußball liebt, freut", sagte Infantino und sprach nach der Sitzung in Shanghai von einer "historischen Entscheidung". Für den Fußball bedeutet sie vor allem eines: Noch mehr Geld.

Messi, Ronaldo, Salah und Co. - im Sommer 2021 machen die großen Stars und die großen Klubs im Reich der Mitte Station. Nach dem noch im alten Modus mit sieben Teams ausgespielten Wettbewerb, der 2019 und 2020 in Katar steigt, werden in eineinhalb Jahren 24 Mannschaften teilnehmen. Die neue Klub-WM wird den Confed Cup ersetzen und soll alle vier Jahre im Sommer ausgetragen werden. Die Reformierung war im vergangenen März gegen erheblichen Widerstand aus Europa, das acht Teams stellen wird, durchgesetzt worden.

Doch die Vorbehalte zerbröselten recht schnell, denn Infantino verspricht das große Geld. Der 49-Jährige erwartet in China die "größten Einnahmen pro Spiel" in der Geschichte des Fußballs, schon im Juni sprach der Schweizer davon, dass die neue Klub-WM 50 Milliarden US-Dollar erwirtschaften könnte. Allerdings sagte Infantino damals nicht in welchem Zeitraum. Auch Bayern-Präsident Uli Hoeneß zeigte sich zuletzt begeistert: "Die Klub-Weltmeisterschaft finde ich super. Dieser Confed Cup ist für die Katz. Eine Klub-WM mit tollen Mannschaften alle vier Jahre statt Confed Cup - das ist wunderbar."

China ist für den Fußball und die Fifa, wie für jedes andere Unternehmen auch, ein riesiger Markt. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt gewinnt im Fußball immer mehr Einfluss, Staatspräsident Xi Jinping gilt als großer Fan und Förderer.

Sein erklärtes Ziel ist, dass China Gastgeber einer WM und schließlich auch Weltmeister wird. Die Vergabe der Klub-WM an China wird unter Experten als nächster Schritt gewertet, dass sich das Land um die WM 2030 bewirbt. Der chinesische Konzern Wanda Group ist zudem zu einem der wichtigsten Partner und Geldgeber der Fifa geworden.

Wegen der Menschenrechtslage in China - besonders die anhaltenden Proteste in Hongkong sorgen weltweit für Schlagzeilen - macht sich Infantino keine Sorgen. "Jeder kann sagen, was er will", sagte der 49-Jährige: "Wir versuchen, Fußball als Katalysator für Positives und niemals für Negatives einzusetzen." Er sei "nicht so naiv" zu glauben, dass der Fußball alle Probleme der Welt lösen könne, sagte Infantino. Aber die Fifa bringe den Fußball in die Welt und damit "ein Lächeln ins Gesicht" der Menschen.

(sid/old)