1. Sport
  2. Fußball
  3. FC Schalke 04

Spuckattacke bei Schalke gegen Bremen: DFB ermittelt gegen Ozan Kabak

„Krass sportwidriges Verhalten“ : DFB ermittelt nach Spuckattacke gegen Schalkes Kabak

Die Spuck-Affäre von Schalkes Abwehrspieler Ozan Kabak hat ein Nachspiel. Der Kontrollausschuss des DFB leitete am Montag ein Ermittlungsverfahren gegen den 20-Jährigen ein – wegen des Verdachts auf „krass sportwidriges Verhalten“.

Das Gremium des Deutschen Fußball-Bundes forderte den türkischen Nationalspieler zu einer zeitnahen Stellungnahme auf. Kabak soll im Heimspiel gegen Werder Bremen am Samstagabend (1:3) in Richtung seines Gegenspielers Ludwig Augustinsson gespuckt haben. Der Schalker, der sich noch am Abend entschuldigt hatte und eine Absicht abstritt, stehe im Verdacht, sich "eines krass sportwidrigen Verhaltens in der Form einer Tätlichkeit gegen den Gegner" schuldig gemacht zu haben, hieß es.

Schiedsrichter Markus Schmidt hatte die Szene nicht gesehen, daher kann der Kontrollausschuss nachträglich ermitteln. Nach Auswertung der Stellungnahme wird über den weiteren Fortgang des Verfahrens entschieden. Kabak hatte sich bereits am Samstag bei Augustinsson entschuldigt. "Es war keine Absicht, die Sicht von außen täuscht", schrieb er bei Twitter: "Ich habe so etwas noch nie gemacht und werde es auch niemals tun, da es einfach unsportlich ist. In jedem Fall, Entschuldigung an Ludwig."

Die Szene hatte nach dem Spiel für große Aufregung gesorgt. Der Bespuckte, Ludwig Augustinsson, wurde nach dem Spiel am Sky-Mikrofon mit der Szene konfrontiert. Er sagte, er habe währenddessen nichts davon gemerkt. Jetzt, wo er die Bilder sehe, kam Augustinsson aber zu dem Schluss: „Das hat mit Fußball nichts zu tun. Das ist nicht Fair Play.“ Ähnlich sah es sein Trainer Florian Kohfeldt, als ihm das Video vorgespielt wirde: „Das ist eine glasklare Rote Karte.“ Vom Platz fliegt Kabak übrigens trotzdem noch – nach seiner zweiten Gelben Karte nach taktischem Foul in der 84. Minute.

Der einen Tag später entlassene Schalke-Coach David Wagner meinte: „Es sieht unschön aus, aber ich kenne Ozan und bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass es keine Absicht war.“ Sky-Experte Lothar Matthäus widersprach dieser Einschätzung: „Er hat nachgespuckt. Man sieht es ganz genau. Das ist eine grobe Unsportlichkeit.“

(kron/SID)