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Shkodran Mustafi geht bei Bundesliga-Debüt mit Schalke unter

Erfolgloser Kaltstart : Mustafi geht bei Bundesliga-Debüt mit Schalke unter

Trainiert hat er mit seiner Mannschaft noch nicht, aber bereits ein Spiel für sie bestritten. Doch das ungewöhnliche Debüt von Shkodran Mustafi beim FC Schalke bringt nicht den erhofften Erfolg. Die Lage wird immer aussichtsloser.

Sein Bundesliga-Debüt nach elf Jahren im Ausland hatte sich Shkodran Mustafi ganz anders vorgestellt. Ohne ein einziges Training mit seiner neuen Mannschaft sollte der Rio-Weltmeister beim brutal abgestürzten Traditionsklub Schalke 04 die Kommandos im Abstiegskampf geben - und wusste manchmal nicht, wem er was wie sagen sollte. "Du musst alle Namen wissen, die Sprache, in der du redest", meinte der Neuzugang vom FC Arsenal nach dem 0:3 (0:1) gegen RB Leipzig und gab zu: "Ich habe den einen oder anderen Namen noch nicht eingespeichert."

Wie auch? Erst am Vormittag hatte Mustafi vom Gelsenkirchener Gesundheitsamt grünes Licht für sein erstes Spiel in der deutschen Eliteklasse bekommen, wegen der Einreisebeschränkungen aus Großbritannien hatte der 28-Jährige bis einschließlich Freitag in Quarantäne bleiben müssen und nur individuell trainieren dürfen. "Das war für mich heute der erste Tag mit der Mannschaft", berichtete der neue Abwehrchef.

Auf was er sich mit seinem Wechsel zu den einst stolzen Königsblauen eingelassen hat, wurde Mustafi in seinen ersten 90 Minuten im Zeitraffer klar. Erst stabilisierte der Weltmeister von 2014 mit lautstarken Kommandos, gutem Stellungsspiel und kompromisslosen Zweikämpfen allen Widrigkeiten zum Trotz die wacklige Schalker Abwehr - "44 Minuten und 50 Sekunden lang", wie er selbst meinte.

Die "letzten zehn Sekunden" der ersten Halbzeit, offiziell die dritte Minute der Nachspielzeit, warfen alles über den Haufen. Der Leipziger Nordi Mukiele entwischte ihm bei einem Eckball - 0:1, und das allwöchentliche Schalker Unheil nahm seinen Lauf.

In der zweiten Hälfte kam Mustafi, der in dieser Saison für Arsenal nur 44 Minuten in der Premier League gespielt hatte, immer öfter in den Zweikämpfen zu spät, ging zusammen mit seinem neuen Klub unter - und nähert sich immer mehr dem vierten Abstieg der Vereinsgeschichte, dem ersten in seiner Karriere.

"Ich habe lange Fußball gespielt, mal gegen den Abstieg, mal um den Aufstieg, mal um die Champions League", sagte Mustafi, der mit Sampdoria Genua einst in die Serie A aufstieg und die Klasse hielt, mit dem FC Valencia und Arsenal aber nie ums sportliche Überleben spielen musste. "Ich habe in meiner Karriere gelernt, dass der Kopf der wichtigste Körperteil ist. Wenn der blockiert ist, dann werden die Beine schwer, dann wird alles schwer."

Die Blockade zu lösen, versuchen die Schalker schon die ganze Saison, mit dem mittlerweile vierten Trainer weiter ohne Erfolg. Mit Christian Gross ist der Rückstand auf den Relegationsplatz auf neun Punkte angewachsen, und die Zeit für eine Aufholjagd rennt davon. Mustafi, glaubt der Coach, werde "für die Zukunft sicher ein wichtiger Transfer sein".

Die Schalker Zukunft wird aber, das zeigt sich Woche für Woche deutlicher, die 2. Liga. Auch wenn Mustafi daran noch nicht glauben will: "Das Potenzial ist da, diesen Riesenklub da rauszuholen. Davon bin ich nach wie vor überzeugt."

(dpa/sid)