Klaas-Jan Huntelaar ist bei den Niederlanden nur zweite Wahl

Erst ein WM-Einsatz : Schalkes Huntelaar ist in der Elftal nur die zweite Wahl

Bondscoach van Gaal favorisiert andere Spielertypen als Strafraumstürmer Klaas-Jan Huntelaar. Der 30-Jährige hat sich jedoch als Elfmeterschütze empfohlen.

Klaas-Jan Huntelaar ist bei Schalke 04 eine ziemlich große Nummer. Er ist, wie es im Fußball so gerne gesagt wird, ein Führungsspieler. Seit 2010 hat er für die Königsblauen 100 Pflichtspiele absolviert und 63 Treffer erzielt. Vier Jahre zuvor hat er seinen Einstand für die Elftal gegeben. In dieser Zeit ist er immerhin 63 Mal für die Niederlande aufgelaufen und hat 34 Tore geschossen.

Bei dieser WM ist im Achtelfinale Nummer 35 dazugekommen — der 30-Jährige verwandelte nicht nur den Elfmeter zum 2:1 (90.+4), sondern bereitete zuvor auch schon den Ausgleich (88.) vor. Dennoch zählt er nicht zu den Großen im Team von Trainer Louis van Gaal. Es gibt wenig Anzeichen, dass sich daran trotz des neuerlichen Erfolgserlebnisses etwas grundlegend ändern wird.

"Ich bin sehr stolz auf mich. Es war nicht leicht, immer positiv zu bleiben", sagt Huntelaar nach seinem ersten WM-Einsatz in Brasilien. Mit Vorfreude blickt er auf das vermeintlich leichte Viertelfinale am kommenden Sonntag gegen Costa Rica, auch wenn er dann wohl erneut nur Edel-Joker sein wird: "Wir wollen weiterkommen."

An Huntelaars "Wiederauferstehung" hatte auch Arjen Robben einen gewichtigen Anteil. Der Star des FC Bayern München holte in der Nachspielzeit nicht nur den Strafstoß heraus. Danach traf er die vielleicht noch viel cleverere Entscheidung. Statt sich selbst der Sache anzunehmen, marschierte er zu seinem Bundesliga-Kollegen und bat ihm um die Ausführung. "Normalerweise will ich so einen Ball schießen", sagt Robben, "aber als Kapitän muss man die Aufgaben auch verteilen". Der frischere Huntelaar, der für Schalke vier seiner letzten sechs Elfmeter verschossen hatte, verwandelte eiskalt - auch, weil er kurz vor seiner Einwechslung (76.) noch auf die Toilette gerannt war: "Dann war der Druck weg."

Robben dagegen musste auch am Tag danach noch allerlei Erklärungen abliefern. "Ich dachte immer, Ehrlichkeit währt am längsten. Aber das scheint nicht der Fall zu sein. Es ist eine Schande", sagt er. Robben hatte in einem Interview zugegeben, dass er sich in der ersten Halbzeit im Strafraum fallen gelassen habe. Schiedsrichter Pedro Proença war darauf aber nicht hereingefallen. "Es war eine dumme Aktion von mir."

Die Mexikaner und einige internationale Medien hatten Robben der Schauspielerei bezichtigt und heftig kritisiert. Allerdings hatten sie Robbens Aussage fälschlicherweise mit der Szene in der Nachspielzeit in Verbindung gebracht, die zum von Huntelaar verwandelten Elfmeter geführt hatte. Dabei war Robben von Rafael Márquez am Fuß getroffen worden. "Es ging um eine Szene, die überhaupt keinen Einfluss auf das Ergebnis hatte", befindet Robben. "Es gab zwei Situationen, wo es klare Elfmeter waren, und einer davon wurde gegeben", sagt der Flügelflitzer von Bayern München. "Dabei sollten wir es belassen." Das wird nicht nur in seiner Hand liegen.

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(RP)