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Fußball: Schalke 04 stimmt Fans auf der Mitgliederversammlung auf langen Abstiegskampf ein​

Mitgliederversammlung in der Arena : Schalke stimmt Fans auf langen Abstiegskampf ein

Auf der Mitgliederversammlung haben viele Fans ihren Unmut über die Arbeit der Vorstände in den Jahren 2019 und 2020 gemacht. Die neuen Verantwortlichen wappnen sich derweil für eine schwierige Saison nach dem Bundesliga-Aufstieg.

Fünf Wochen nach der Rückkehr in die Fußball-Bundesliga hat Schalke 04 seine Fans auf einen langen Abstiegskampf eingestimmt. „Der Klassenerhalt und der Abbau der Verbindlichkeiten sind unser Ziel für diese und die nächste Saison“, sagte Vorstandschef Bernd Schröder auf der Mitgliederversammlung der Königsblauen am Sonntag in der Arena. Erst danach könne man wieder andere Ziele angehen.

Auch Sportvorstand Peter Knäbel betonte: „Unser Ziel ist der Klassenerhalt, der Klassenerhalt, der Klassenerhalt.“ Gleichzeitig versprach er, dass die Mannschaft „bundesligatauglich“ sein werde, „klar ist aber auch: Wir müssen in allen Bereichen besser werden.“

Aufsichtsratschef Axel Hefer erklärte mit Blick auf die hohen Schulden: „Es war klar, dass es Jahre dauern würde, den Verein zu sanieren und wieder in der Bundesliga zu etablieren. Aber das Vertrauen der Finanzmärkte kehrt langsam zurück.“ Laut Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers seien die Verbindlichkeiten zwar um rund 30 Millionen Euro gesenkt worden, sie betragen aber immer noch 183,5 Millionen. „Der Rucksack ist ein wenig leichter geworden“, sagte sie.

Für den letztjährigen Abstieg und die desolate Finanzlage machten die Mitglieder die alte Führungsriege aus den Jahren 2019 und 2020 verantwortlich. Die Vorstände und Aufsichtsräte dieser beiden Geschäftsjahre wurden auf der Mitgliederversammlung am Sonntag bei den entsprechenden Abstimmungen nicht entlastet. Zuvor hatte ein Mitglied die Nicht-Entlastung auf der Bühne gefordert und vorgeschlagen zu prüfen, ob frühere Vorstandsmitglieder für Fehler persönlich zur Rechenschaft gezogen werden können.

Dass die Verantwortlichen nicht entlastet wurden, ist allerdings hauptsächlich ein symbolischer Akt. „Soweit ich informiert bin, hat das keine juristischen Konsequenzen“, sagte Schalkes Vorstandsvorsitzender Bernd Schröder.

Zum Vorstand 2019 gehörten Christian Heidel, Alexander Jobst, Peter Peters und Jochen Schneider. 2020 bestand das Gremium aus Jobst, Peters, Schneider und Christina Rühl-Hamers. Der für 2021 zuständige Vorstand mit Rühl-Hamers, Schneider, Jobst und Peter Knäbel wurde hingegen entlastet. In der Veltins-Arena waren offiziell 4338 Mitglieder anwesend, davon waren 4238 stimmberechtigt. Nicht alle stimmten ab.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurden am Sonntag zwei Aufsichtsratsmitglieder gewählt. Johannes Struckmeier und Rolf Haselhorst setzten sich gegen Martin Engel und Meinolf Weidenbach durch.

(lonn/SID/dpa)