FC Schalke 04: Trainer Huub Stevens tritt nach Sieg gegen Hannover 96 auf die Euphoriebremse

„Nur ein Sieg“ : Schalke Trainer Stevens steigt auf die Euphoriebremse

In der Bundesliga hat Schalke 04 seine sportliche Talfahrt durch den 1:0-Sieg in Hannover gestoppt. Nun geht es für die Königsblauen im DFB-Pokal gegen Werder Bremen und um die letzte Chance auf einen internationalen Wettbewerb.

Trainer Huub Stevens fehlte noch die Leichtigkeit, Torschütze Suat Serdar vermisste das spielerische Element: Bei Schalke 04 wagte man kaum, sich länger als einen kurzen Moment über den schmeichelhaften 1:0 (1:0)-Sieg beim Tabellenletzten Hannover 96 zu freuen. Denn schon am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky und ARD) kommt im Viertelfinale des DFB-Pokals mit Werder Bremen ein ganz anderes Kaliber in die Arena auf Schalke.

"Das war nur ein einziger Sieg, nicht mehr und nicht weniger", sagte der Niederländer Stevens und wehrte sich entschieden, von einer Trendwende zu sprechen: "Ein Wendepunkt ist schwierig vorauszusagen."

Schon eine Wiederholung der Leistung gegen das Ligaschlusslicht Hannover wäre zu wenig, um über die formstarken Bremer die Vorschlussrunde zu erreichen. Dabei ist der Pokal die letzte Chance der Königsblauen, sich doch noch für die Europa League 2019/20 zu qualifizieren.

Und der Kader ist teuer, daher will auch Jochen Schneider nichts von einer Außenseiterrolle der Schalker gegen den Liga-Sechsten von der Weser wissen. "Für Mittwoch ist der Auftrag klar: Wir wollen ins Halbfinale einziehen. Der Sieg in Hannover darf nur der erste von vielen weiteren Schritten sein", sagte der neue Sportvorstand, angesichts der finanziellen Komponente durchaus mit Nachdruck.

Besonders gefordert dürfte gegen die Norddeutschen Torhüter Alexander Nübel sein. Der 22-Jährige hielt sein Team in Hannover mehrfach mit spektakulären Paraden in der Partie, lehnte aber an ihn persönlich gerichtete Glückwünsche für diesen Auftritt ab: "Ich sehe mich nicht als Matchwinner, Fußball ist ein Mannschaftssport. Das gesamte Team war der Gewinner."

Immerhin: Stevens war so angetan vom Auftritt des jungen Keepers, dass er ihm indirekt für Mittwoch einen Platz in der Startformation versprach. "Alexander hat eine gute Antwort gegeben. Ich wechsle nur nach Qualität", stellte der 65-Jährige fest. Sein Vorgänger Domenico Tedesco hatte abseits des nationalen Ligabetriebs seiner Nummer zwei Ralf Fährmann mehrfach den Vorzug gegeben.

Wechselspielchen, die für den Coach mit Blick auf den aktuellen Tabellenplatz 14 derzeit nicht in Frage kommen. Zu heikel ist für Stevens nach wie vor die sportliche Situation: "Noch haben wir den Klassenerhalt nicht geschafft." Schließlich kommt schon am Samstag (15.30 Uhr/Sky) mit Eintracht Frankfurt ein wahres Team der Stunde nach Gelsenkirchen.

(lt/sid)
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