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FC Schalke 04: Roberto Di Matteo hat das Team systematisch schlechter gemacht

Kommentar zum FC Schalke 04 : Di Matteo hat Schalke systematisch schlechter gemacht

Es gibt da dieses Lied auf Schalke. Der Text geht so: "Wir sind die Fans, die auch zu Dir stehn, wenn Du verlierst! Du bist mehr als nur ein Klub, Schalke meine Sucht!" So viel zum romantischen Teil. Fußball ist aber nicht immer romantisch. Es gibt da dieses hässliche Gesicht, wenn man sich schon länger nichts mehr zu sagen hat. Plötzlich wird alles in Frage gestellt. Und nicht immer fallen dabei Worte, die man sich sagen sollte, wenn man sich doch eigentlich ganz doll lieb hat.

Zwischen den Fans von Schalke 04 und ihrem Verein ist die Beziehung derzeit ziemlich zerfahren. Ein Neustart ist wohl für alle das Beste. Auf Schalke hat man traditionell große Träume. Und auch einen großen Geldbeutel. Der Kader der Königsblauen ist mit 80 Millionen Euro der zweitteuerste hinter dem des FC Bayern München. Da ja Geld bekanntlich Tore schießen soll, hatten sie im Revier große Erwartungen an ihre Mannschaft. Herausgekommen ist allerdings diesiges königsgrau. Keine Champions-League-Qualifikation, sondern in der kommenden Saison Auftritte in der zweitklassigen Europa League. EUROPA LEAGUE. Schlimmer ist für viele in Gelsenkirchen nur ein Schwiegersohn aus Dortmund. Schalke, das ist große Oper und die gehört eben auf die größten Bühnen.

Strahlkraft haben in der Arena derzeit nur die Flutlichter. Das Team läuft schon seit einer Weile ziemlich vogelwild über den Rasen. Roberto Di Matteo hat Schalke als Trainer systematisch schlechter gemacht. Null Konzept, null Struktur, null Teamgeist. Daran ändert auch das 1:0 gegen den SC Paderborn nichts. Selbst das Siegtor hat kein Schalker geschossen. Der Ostwestfale Uwe Hünemeier erzielte den Treffer. Nach kurzem Jubel beschäftigte sich das Publikum lieber wieder mit dem Wesentlichen: Ihrer Wut.

Die Fans hatten ihren Protest zunächst mit einem Stimmungsboykott zum Ausdruck bringen wollen. Der hielt genau 46:51 Minuten an. Danach wurde es allerdings nicht unbedingt besser. Die Spieler ("Scheiß Millionäre") und der mächtige Aufsichtsratschef Clemens Tönnies ("Der Fisch fängt immer vom Kopf an zu stinken") wurden fortan verhöhnt. Man mag die nachhaltige Verstimmung ob der anhaltenden sportlichen Tristesse verstehen, die Wortwahl zeugt aber gleichwohl auch nicht von gesteigerter Kreativität.

Auf Schalke muss sich einiges ändern. Es wird einen großen Umbruch geben. Klar. Das gilt für den Kader, aber auch die Funktionärsebene. Horst Heldt, der Sportvorstand, wird es schwer haben, sich zu halten. Er hat immerhin diese leblose Truppe zusammengestellt. Und an einer Entlassung von Di Matteo, sollte es spätestens nach dem Rumpel-Auftritt gegen Paderborn keinen Zweifel geben.

(gic)