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FC Schalke 04: Max Meyer entschuldigt sich für Protz-Video seines Vaters

Spott über „Pleiteklub“ Schalke : Max Meyer entschuldigt sich für Protz-Video seines Vaters

Der Vater des früheren Schalke-Profis Max Meyer hat mit einem Twitter-Video seinen Sohn in Erklärungsnot gebracht. Der hauptberufliche Polizist protzt darin mit einem Lamborghini und ätzt gegen „Pleiteklub“ Schalke. Dabei offenbarte er vor Gericht selbst Geldprobleme.

Die Erinnerung an Max Meyer begann in Gelsenkirchen allmählich zu verblassen. Seit der 24-Jährige nach London zu Crystal Palace gewechselt und dort nicht weiter auffällig wurde, geriet auch das Wechseltheater, das seinen Abgang begleitete, bei Schalke 04 zusehends in Vergessenheit. Sein Vater Hans-Joachim Meyer hat nun aber mit einem bizarren Social-Media-Auftritt gerade verheilte Wunden wieder aufgerissen.

In einem Twitter-Video, das am Donnerstag aufgetaucht ist, filmt sich Meyer senior dabei, wie er in einem Lamborghini durch Gelsenkirchen fährt. Dass es sich bei dem Gefährt um einen italienischen Luxusschlitten handelt, erfährt man vor allem deshalb, weil er das selbst kommentiert. „Durch die verbotene Stadt Gelsenkirchen. Schön mit dem bezahlten Lambo vom Pleiteklub“, spricht Meyer während der Fahrt in die Kamera. Eine Breitseite gegen den Verein, bei dem Sohn Max immerhin neun Jahre lang spielte.

Meyer, der Profi, bemühte sich umgehend, einzufangen, was jetzt noch einzufangen war. Er veröffentlichte seinerseits eine Stellungnahme, in der er überaus deutlich Abstand nimmt. „Ich bin zutiefst schockiert über dieses Video. Das passt nicht in meine Welt, das passt nicht in diese Zeit, das passt in gar keine Zeit. Ich habe Schalke 04 sehr viel zu verdanken und distanziere mich entschieden von Art und Inhalt dieses Videos“, schrieb Meyer auf Instagram.

Vater und Sohn hatten in der Vergangenheit schon einmal entfernt beruflich miteinander zu tun: Hans-Joachim Meyer arbeitete als Talentscout für den Berater seines Sohnes – gegen ein kolportiertes Monatsgehalt von 4.000 Euro bei acht Stunden Wochenarbeitszeit. Dies wurde zunächst zum Problem und später öffentlich, weil Meyer im Hauptberuf Polizist ist und aufgrund psychischer Probleme freigestellt war. Die Behörde empfand es als unverhältnismäßig, dass er nun mit einer Nebentätigkeit mehr Geld beziehe als durch sein eigentliches Gehalt, es kam zum Rechtsstreit. Das Gericht folgte 2017 der Bewertung des Landes, das Meyer es nicht länger genehmigte, weiter als Talentspäher zu arbeiten.

Auch Meyers Argument, er benötige die Einkünfte, um den Unterhalt seines behinderten Sohnes zu finanzieren, half da wenig. Angesichts von Max Meyers Einkünften erschien dieses Szenario den Richtern nicht glaubwürdig. Armut jedenfalls scheint im Hause Meyer bis heute kein größeres Problem zu sein.