FC Schalke 04: Gerald Asamoah von den Tönnies-Aussagen "geschockt"

Ex-Schalker Asamoah von Tönnies geschockt : „Er beleidigt mich und alle anderen Betroffenen“

Die rassistischen Entgleisung von Schalke-Boss Clemens Tönnies sorgt weiter für Aufregung. Nun hat sich auch der Ex-Schalke-Profi Gerald Asamoah geäußert. Der gebürtige Ghanaer fand nun deutliche Worte - und fordert Konsequenzen.

Der frühere deutsche Nationalspieler und Ex-Schalke-Profi Gerald Asamoah hat Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies nach dessen umstrittenen Aussagen scharf kritisiert. „Seine Äußerung hat mich sehr überrascht, geschockt und auch verletzt. Er beleidigt mich und alle anderen Betroffenen“, schrieb der 40-Jährige am Sonntagabend bei Instagram. Zugleich forderte Asamoah, der bei den Gelsenkirchenern Teammanager der U23 ist, Konsequenzen: „Das können wir nicht dulden.“

Tönnies hatte beim Tag des Handwerks in Paderborn als Festredner Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren“, sagte Tönnies.

Schalker Ehrenrat befasst sich mit Tönnies-Äußerungen

Bereits am Freitag bat der 63-Jährige um Entschuldigung und bezeichnete seine Aussagen als „töricht“. Am Dienstag wird er sich vor dem Ehrenrat des Vereins erklären, wie Schalke auf dpa-Anfrage mitteilte. Tönnies habe unverzüglich zugesagt, der Einladung des in diesem Fall maßgeblichen Vereinsgremiums Rede und Antwort zu stehen, sagte Anja Kleine-Wilde, Leiterin der Schalker Unternehmenskommunikation. „Man wird das nicht tagelang aufschieben. Clemens Tönnies war sofort bereit, zu kommen und sich vor dem Ehrenrat zu erklären.“ Das Gremium kann Sanktionen verhängen und Tönnies sogar des Amtes entheben.

„Ich bin ehrlich gesagt etwas sprachlos. Ich arbeite schon lange mit Clemens Tönnies zusammen und wir sind auch schon lange eng befreundet“, sagte der in Ghana geborene Asamoah und stellte klar: „Mir gegenüber hat er sich nie rassistisch verhalten.“

Persönliche Entschuldigung von Tönnies

Tönnies habe sich bei ihm persönlich gemeldet und sich für sein Verhalten entschuldigt. „Nichtsdestotrotz werden wir uns zeitnah zusammensetzen, denn so etwas darf nicht passieren (!!) und es ist traurig, dass wir 2019 immer noch über so etwas sprechen müssen.“

Asamoah, Vize-Weltmeister von 2002, spielte von 1999 bis 2010 für die Königsblauen und gewann mit dem FC Schalke zweimal den DFB-Pokal. Der Publikumsliebling ist seit 2013 auch Vereinsbotschafter der Schalker.

Cacau verurteilt „verächtliche“ Tönnies-Aussagen

Auch der DFB-Integrationsbeauftragte Cacau reagierte mit einem deutlichen Statement.„Mich haben die verächtlichen Worte schockiert, und je länger ich darüber nachdenke, desto unvorstellbarer wird es, dass ein Mann seiner Position und Erfahrung so generalisierend und abfällig über die Bevölkerung eines ganzen Kontinents spricht“, teilte der DFB-Integrationsbeauftragte Cacau am Montag mit. Aufgrund der "besonderen Verantwortung“ sollten sich Fußballer und Funktionäre nach Ansicht des Ex-Nationalspielers vielmehr „gegen Rassismus authentisch und mit aller Kraft einsetzen und nicht an einer Spaltung mitwirken, die ohnehin in unserer Gesellschaft spürbar ist“.

Cacau begrüßte, "dass die Äußerung von Clemens Tönnies nun auch von der DFB-Ethikkommission untersucht wird".

(dpa/old)