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FC Schalke 04: Fans attackieren Profis nach Abstieg - Spieler flüchten

Ausschreitungen in Gelsenkirchen : Schalke-Fans attackieren Profis – Spieler flüchten

Schlimme Szenen in Gelsenkirchen: Nach dem bitterem Abstieg erwarteten Fans die Mannschaft von Schalke 04 an der heimischen Arena. Es kommt zu Aggressionen, Spieler des Bundesligisten flüchten.

Fußballprofis des FC Schalke 04 sind in der Nacht des Bundesliga-Abstiegs nach der Rückkehr nach Gelsenkirchen laut Polizei mit „massiven Aggressionen“ konfrontiert gewesen. „Es sind Spieler weggerannt“, sagte ein Polizeisprecher am Mittwochmorgen. Es sei nicht bekannt, dass Spieler verletzt worden seien. Eine Hundertschaft der Polizei sei eingeschritten. Zudem sollen zwei Profis getreten worden sein. Die „Bild“ hatte zuerst über den Vorfall berichtet.

Auf einem Video, das im Netz kursiert, ist zu sehen, wie Pyrotechnik gezündet wird und Menschen, offenbar Schalke-Spieler, vor anderen davonrennen. Neben lauten Schreien wird auch Schalke-Profi Mark Uth beleidigt. „Die Jagen die Spieler“, ist zudem auf dem Video zu hören. Das Video sei der Polizei bekannt. Es könne nicht gesagt werden, wer darauf zu sehen sei, so der Sprecher.

Zuvor hatte die Polizei mitgeteilt, dass Spieler nach dem am Dienstagabend durch ein 0:1 bei Arminia Bielefeld besiegelten Abstieg des Bundesligisten mit Eiern beworfen wurden. „Bei Eintreffen der Mannschaft kam es beim Verlassen des Busses kurzfristig zu heftigen Unmutsbekundungen“, hieß es in der Mitteilung. Die Mannschaft war nach dem Spiel in Bielefeld per Bus zurück nach Gelsenkirchen gereist. Laut Polizei-Mitteilung vom Mittwochmorgen warteten rund 500 bis 600 Menschen auf die Mannschaft an der Arena. Die Beamten seien mit „starken Kräften vor Ort“ gewesen und hätten eine weitere Eskalation vermieden. Die Polizei ermittele nun. 

Direkt nach Spielende gegen 22.22 Uhr zündeten Unbekannte laut Polizei nahe der Arena Pyrotechnik. Der Schalker Tross verließ rund eine Stunde später mit zwei Bussen und mehreren weiteren Fahrzeugen gegen 23.34 Uhr das Gelände des Bielefelder Stadions. Zum genauen zeitlichen Ablauf der Vorfälle in Gelsenkirchen machte die Polizei zunächst keine Angaben. Laut „Bild“ kam die Mannschaft gegen 1.30 Uhr an der Arena an.

Der Klub teilte am Mittwochmorgen mit, dass bei einem „Austausch zwischen Profi-Mannschaft und Fangruppierungen“ „Grenzen überschritten“ worden seien. „Bei allem verständlichen Frust und aller nachvollziehbaren Wut über den Abstieg in die 2. Bundesliga: Der Verein wird es niemals akzeptieren, wenn die körperliche Unversehrtheit seiner Spieler und Mitarbeiter gefährdet wird. Genau das ist in der vergangenen Nacht aber durch die Handlungen von Einzelpersonen geschehen“, hieß es in einem Statement des Clubs.

Die Grenzen hätten einzelne und bislang „nicht zuzuordnende Personen“ überschritten. Dieses Verhalten verurteile der Klub „aufs Schärfste und stellt sich selbstverständlich vor seine Mitarbeiter“. Die Aufarbeitung des Vorfalls habe begonnen. Weitere Kommentare dazu solle es seitens des Klubs bis zur Aufklärung nicht geben.

Am Abend äußerte sich Sportvorstand Peter Knäbel in einer E-Mail an die Mitgieder des Vereins jedoch noch einmal tief betroffen von den Vorfällen. Es sei „desaströs, wenn man sich um Leib und Leben unserer Mitarbeiter fürchten muss. Was Staff und Spieler da erleben mussten, hat mit dem Leitbild von Schalke 04 überhaupt nichts zu tun“, sagte Knäbel. „Man hat immer das Gefühl, es geht nicht noch schlimmer - und dann kommt noch was.“

Der 54-Jährige bekräftigte, es ginge ihm jetzt in erster Linie um die Attackierten. „Wichtig ist, wie es den Leuten geht, wie es Buyo Büskens, wie es Gerald Asamoah, wie es den Spielern geht, von denen einige im Hotel übernachten mussten.“

(klü/old/dpa)