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FC Schalke 04: Domenico Tedesco greift vor dem Pokalspiel beim 1. FC Köln zu Tricks gegen die Torflaute

Schweres Pokalspiel in Köln : Tesdesco will die Schalker Torflaute austricksen

Die Torflaute bei Schalke 04 bereitet große Sorgen. Im Pokalspiel beim 1. FC Köln muss der kriselnde Vizemeister endlich wieder treffen. Trainer Domenico Tedesco lässt dafür nichts unversucht.

Domenico Tedesco trieb seine Spieler lautstark an. "Belohnt euch", rief der Coach des Fußball-Bundesligisten Schalke 04: "Macht die Dinger!" Um die Torflaute beim Vizemeister endlich zu beenden, griff Tedesco zu ungewöhnlichen Maßnahmen. Im Training durften die Spieler von der Strafraumgrenze frei abschließen - wohl auch, um endlich wieder ein Erfolgserlebnis vor dem Tor zu feiern.

Denn beim Zweitrundenduell im DFB-Pokal beim 1. FC Köln am Mittwoch (18.30 Uhr/Sky) muss es endlich wieder klappen mit dem Toreschießen - ansonsten wird es für die kriselnden Königsblauen noch ungemütlicher. "Die Tore fehlen uns aktuell schon, aber grundsätzlich sind die Chancen da", gab Tedesco nach dem Abschlusstraining am Dienstag zu.

Die bisherige Ausbeute macht aber wenig Mut. In der Liga erzielte S04 in neun Spielen nur fünf Tore - so harmlos war der Schalker Angriff in der Bundesliga zuletzt vor 51 Jahren. Breel Embolo und Guido Burgstaller haben jeweils einen Treffer auf dem Konto, der als Hoffnungsträger aus Hoffenheim verpflichtete Nationalspieler Mark Uth ist gar noch torlos.

Das Pokalspiel wäre der perfekte Rahmen für den ersten Treffer, das weiß Uth. "Für mich persönlich wäre es ein schönes Gefühl in der Heimat", sagte der gebürtige Kölner dem Express. In der Jugend hat Uth beim FC gespielt, als Profi weist er drei Tore und vier Vorlagen in sechs Spielen gegen seinen Ex-Verein auf - dennoch warnt er vor dem FC. "In diesem Stadion ist es immer schwer für Auswärtsmannschaften", sagte Uth: "Wir dürfen nicht erwarten, mit Leichtigkeit durchzumarschieren - gerade in der Situation, in wir uns befinden."

S04-Manager Christian Heidel mahnte an, die Torflaute nicht überzubewerten. "Es gibt so Phasen, da kann kein Trainer der Welt was dafür", sagte Heidel nach dem jüngsten 0:0 bei RB Leipzig. Auch die glücklosen Stürmer verteidigte er: "Wir müssen doch keinem erklären, dass das Tor 7,32 m breit ist und wenn man köpft, dass man auch reinköpfen kann. Das wissen die alle."

Schalke schwächelt aber nicht nur vor dem gegnerischen Tor - Kritik gibt es vor allem auch an der destruktiven Spielweise des Vizemeisters. "Meine Welt ist das nicht mehr", sagte Stürmer-Ikone Klaus Fischer der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung: "Das ist nicht mein Fußball, nur lange Bälle aus der Abwehr nach vorne zu schlagen und dann hinterher zu laufen." Und nach Ansicht des Ex-Nationalspielers und heutigen Sky-Experten Dietmar Hamann spielt S04 derzeit schlicht "unterirdisch und blamabel".

Auch Leipzig-Coach Ralf Rangnick spottete über sein Ex-Team: "Es kam ein langer Ball nach dem anderen geflogen. Was willst du da machen? Die mit dem Luftgewehr herunterschießen, dass der Ball irgendwann mal tot herunterfällt? Das finde ich schon bei Wildgänsen nicht gut. Und im Fußball macht das wenig Sinn."

Was also macht Schalke Hoffnung, dass es am Mittwoch beim Tabellenführer der 2. Liga endlich besser läuft? "Wir haben schon bewiesen, dass wir es besser können", sagte Heidel: "Der Plan ist schon, diese Woche erfolgreich zu gestalten."

(sid/ako)