FC Schalke 04: Benedikt Höwedes kehrt mit Dynamo Moskau zu S04 zurück

S04 empfängt Dynamo Moskau : Höwedes-Rückkehr auf Schalke mit gemischten Gefühlen

Für den Gruppenzweiten Schalke 04 geht es gegen Lokomotive Moskau sportlich um nichts mehr. Der Fokus liegt nach der 1:2-Pleite im Derby auf der Bundesliga. Höwedes freut sich auf eine emotionale Rückkehr.

Nach 577 Tagen kehrt Benedikt Höwedes in sein "Wohnzimmer" zurück - mit gemischten Gefühlen. "Einerseits freue ich mich darauf, nach Hause zu kommen", sagte der Weltmeister von 2014 vor dem emotionalen Champions-League-Spiel am Dienstag (18.55 Uhr/Sky) mit Lokomotive Moskau bei seiner "alten Liebe" Schalke 04 dem kicker: "Aber es wird nie normal für mich sein, gegen Schalke zu spielen. Den Verein, für den ich 16 Jahre lang aktiv und dessen Fan ich immer noch bin."

Schon im Hinspiel hatten beim langjährigen Kapitän der Königsblauen, der am 13. Mai 2017 seine 335. und letzte Partie für die Gelsenkirchener in der Veltins Arena bestritt, die Gefühle verrückt gespielt. "Ganz, ganz merkwürdig" hatte es der 30-Jährige gefunden, nach dem 0:1 in die Schalker Kabine zu kommen und seine alten Kollegen jubeln zu sehen, weil sie gegen ihn gewonnen hatten.

Freude über das Höwedes-Wiedersehen hält in Grenzen

Auch diesmal will Höwedes seinen "alten Jungs" erst nach dem Schlusspfiff "um den Hals fallen". Denn: "Das wird keine Spaßveranstaltung." Für Schalke, den auf Bundesliga-Rang 13 abgestürzten Vizemeister, geht es sportlich um nichts mehr - Platz zwei in der Gruppe D und damit das Achtelfinale in der Königsklasse sind sicher. Anders die Lage beim derzeitigen Fünften der russischen Liga. Mit einem Sieg könnte sich die Elf von Trainer Juri Sjomin noch für die K.o.-Phase der Europa League qualifizieren, braucht dafür aber einen Erfolg von Spitzenreiter FC Porto in Istanbul.

Wie der Ex-Schalker Jefferson Farfán, der beim 0:1 im Hinspiel verletzt fehlte und am Wochenende beim 2:1 gegen den FC Orenburg beide Tore erzielte, kann Höwedes mit einem warmen Empfang in der Veltins-Arena rechnen. Sein Verhältnis zu Tedesco und Sportvorstand Christian Heidel ist nach der unrühmlichen Trennung allerdings arg getrübt. „Den Abschied hatte ich mir komplett anders vorgestellt, da brauchen wir nicht drumrum zu reden“, sagte der 30-Jährige, will das Thema aber „nicht noch einmal aufwärmen“. Sein Herz hänge an Schalke und den Fans. „Von ihnen habe ich immer Wertschätzung verspürt.“

Die Freude über das Wiedersehen hält sich allerdings in Grenzen, wenn es um die angesprochene Schalkes sportliche Führung geht. Zu Tedesco und Sportvorstand Heidel will sich Höwedes öffentlich nicht weiter äußern. Doch der erzwungene Abschied schmerzt noch immer.

Tedesco gegen Höwedes, Höwedes gegen Tedesco

Für Tedesco war der 44-malige Nationalspieler nicht mehr gut genug. Erst nahm er ihm kurz nach seinem Amtsantritt 2017 die Kapitänsbinde ab und empörte die Fans, als er ihm beim Wechsel zu Juventus Turin nachrief: "Reisende soll man nicht aufhalten."

Der bitter enttäuschte Höwedes konterte: "Reisende kann man aufhalten, wenn man will." Als er nach einem Jahr in Italien mit zahlreichen Verletzungen und nur drei Spielen zurückkehrte, hatte Tedesco keine Verwendung mehr für ihn. Er wechselte für fünf Millionen zu Lokomotive Moskau, wo er in Sportchef Erik Stoffelshaus und Farfan zwei Ex-Schalker wiedertraf.

Dass Königsblau nach der überraschenden Vizemeisterschaft in der vergangenen Saison tief in die Krise gestürzt ist, erfüllt ihn nicht mit Genugtuung - im Gegenteil: Er wünsche seinen Ex-Kollegen, dass "sie zurück in die Spur finden".

Das erscheint nach dem 1:2 im 175. Revierderby gegen Borussia Dortmund schwerer denn je - zumal fast der komplette Sturm verletzt ausfällt. Tedesco will deshalb "mal etwas Neues probieren". Weil auch Steven Skrzybski (Hämatom im Brustbereich) noch nicht zur Verfügung steht, holte der Coach U19-Angreifer Ahmed Kutucu hoch. „Er ist ein torgefährlicher Spieler. Er wird auf jeden Fall dabei sein, ob von Anfang an, müssen wir sehen“, sagte Tedesco über Kutucu, der in der U19-Bundesliga in zehn Spielen neunmal traf.

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(SID/dpa/cbo)
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