FC Schalke 04: 25.000 Zuschauer sehen Premiere von Doku über Rudi Assauer

25.000 Zuschauer in der Arena : Bewegender Assauer-Film feiert Premiere

Der Dokumentarfilm über das Leben von Schalkes Manager-Legende Rudi Assauer ist am Freitag in Gelsenkirchen uraufgeführt worden. Rund 25.000 Zuschauer, darunter zahlreiche Weggefährten Assauers, kamen am Abend in die Arena, um die bewegende 90-minütige Hommage mit dem Titel "Rudi Assauer - Macher, Mensch, Legende" auf vier großen Leinwänden zu verfolgen.

Einen Zuschauer-Weltrekord gibt es nicht. Doch die bewegende Film-Premiere über das Leben von Schalkes Legende Rudi Assauer lockt rund 22.000 Besucher in dessen Wohnzimmer. Der an Alzheimer erkrankte Ex-Manager verfolgt die Hommage im Rollstuhl in einer Loge.

Rudi Assauer kommt, und er bleibt sogar bis zum Ende der bewegenden Film-Premiere über sein Leben. Mit einer beigen Hose und einem passenden Sakko bekleidet, im Rollstuhl sitzend verfolgt Schalkes Manager-Legende die 90-minütige Hommage mit dem Titel "Rudi Assauer - Macher. Mensch. Legende." in einer Loge seines Wohnzimmers, wie er die Gelsenkirchener Arena gern nannte. "Er hat zwischendurch immer wieder reagiert, auch mal den Kopf geschüttelt oder gelacht", berichtet seine Tochter Bettina Michel später.

Was die 22.000 Besucher am Freitagabend zum 114. Geburtstag des FC Schalke 04 zu sehen bekommen, ist eine emotionale Zeitreise durch die jüngere Geschichte des Fußball-Traditionsclubs, die geprägt ist durch das Wirken Assauers in zwei Amtszeiten (1981-1986, 1993-2006).

"Ich kenne keinen anderen Menschen, der Schalke so gelebt hat wie Rudi. Typen wie ihn gibt es heute nicht mehr in der Bundesliga", sagt Andreas Müller, lange Zeit Spieler, später Assauers Assistent und Nachfolger auf dem Manager-Posten. Er muss es wissen: "Schließlich habe ich eine ganz besondere Beziehung zu Rudi. Mit ihm habe ich damals mehr Zeit als mit meiner Frau", erzählt Müller schmunzelnd. "Rudi war immer der erste, der morgens im Büro war, und abends war er derjenige, der das Licht ausgemacht hat."

Regisseur Don Schubert ist es in vier Jahren Arbeit gelungen, die wichtigsten Stationen mit allen Rückschlägen und Erfolgen des heute 74-Jährigen in einem beeindruckenden Dokumentarfilm zu erzählen. Mit Bildern und gezeichneten Animationen aus Kindertagen in Herten, mit filmischen Kostbarkeiten. In 19 Interviews plaudern unter anderen Assauers Zwillingsschwester Karin, seine langjährige Sekretärin Sabine Söldner, die älteste Tochter Bettina Michel, die ihren an Alzheimer erkrankten Vater seit Jahren betreut, sowie zahlreiche Spieler wir Olaf Thon, Marcelo Bordon, Ebbe Sand, Mike Büskens, Gerald Asamoah und andere Weggefährten wie Reiner Calmund aus dem Nähkästchen. "Er war der perfekte Manager", sagt Büskens, und Ex-Kapitän Thon meint: "Ohne ihn würde es dieses Stadion nicht geben. Er steht für mich auf einer Stufe mit Ernst Kuzorra."

Natürlich ist auch Schalkes Jahrhunderttrainer und Assauer-Freund Huub Stevens gekommen. "Es war eine tolle und verrückte Zeit", sagt Stevens. "Er war immer ehrlich und hat alles für den Verein getan. Schön, dass er hier ist und ihm so viele Fans die Ehre erweisen. Das ist typisch Schalke." Da ist es am Ende ohne Bedeutung, dass ein Zuschauer-Weltrekord für eine Filmpremiere (43.624 im Jahr 2015 in Mexiko) klar verfehlt wurde.

Besonders emotional wird es, als die Bilder vom sensationellen UEFA-Cup-Triumph 1997, der bitteren "Meisterschaft der Herzen" 2001, den DFB-Pokalsiegen (2001, 2002) oder dem Bau der Arena, mit dem Assauer seine Vision verwirklichte, über die vier Leinwände flimmern.

Auch das tragische Ende seines Wirkens 2006 wird nicht ausgespart, als die ersten Anzeichen von Assauers Demenzkrankheit, die er lange zu verbergen suchte, dazu führten, dass er aus dem Amt gedrängt wurde. "Es war, als wäre sein Lebenswerk zerstört worden. Er war ein gebrochener Mann", berichtet seine Tochter im Film unter Tränen.

Immer wieder erheben sich die Zuschauer von den Sitzen und spenden langanhaltenden Applaus. Assauers größter Traum, einmal die deutsche Meisterschaft mit Schalke zu gewinnen, blieb allerdings unerfüllt. Müller: "Ich glaube, dafür hätte Rudi sein Leben gegeben."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Assauer-Film feiert Premiere in der Schalker Arena

(dpa)