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DFB-Pokal beim 1. FC Köln: FC Schalke 04 feiert Halloween-Party nach 6:5-Sieg

6:5 im Elfmeterschießen gegen Köln : Schalke feiert Halloween-Party in den Katakomben

Wie schnell sich die Gemütslage ändern kann, zeigte der Zittersieg des FC Schalke beim 1. FC Köln. Nach Abpfiff übertönt Technomusik den Kölner Karneval – und Mark Uth hat schon während des Spiels einen Filmriss.

Es ist fast Halbzeit im DFB-Pokalspiel im Rhein-Energie-Stadion. Vor 50.000 Fans steigt die Zweitrundenpartie zwischen Köln und Schalke 04. Jhon Cordoba schießt das 1:0 (43.) – und alle Fans in Rot-Weiß schmettern: „Denn wenn et Trömmelche jeht, dann stonn mer all parat!“ Konfetti und Freudentaumel. Rund anderthalb Stunden später hört sich die Welt in Köln ganz anders an. Da dröhnen Bässe und Technomusik aus den Katakomben des Stadions. Und es feiert nach dem 6:5 im Elfmeterschießen: das Schalker Team. Es findet Freude an einem Achtelfinaleinzug, der eher zum Gruseln war.

Wie genau die Party in der Kabine der siegreichen Gelsenkirchener abgelaufen ist, bleibt ein Halloween-Geheimnis der Königsblauen. Allein der unverhoffte Held des Abends wirkte, wie sich wohl viele Zuschauer nach dem nervenaufreibenden Fußball-Krimi gefühlt haben: „Ich bin kaputt“, sagte Mark Uth. Schalkes Stürmer hatte in der alten Kölner Heimat sein erstes Tor für S04 erzielt – nach zwölf Pflichtspielen ohne Treffer. Uth schoss den entscheidenden Elfmeter zum 6:5 ins Tor. Dabei hätte er zu dieser Zeit gar nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen.

Schalke hatte durch den Treffer von Jhon Cordoba zur Halbzeit 0:1 zurückgelegen und war dann eher glücklich als verdient in der 89. Minute durch Nabil Bentaleb zum Ausgleich per Handelfmeter gekommen. Nach 120 Minuten stand es 1:1. Letztlich entschied Schalke dann das Elfmeterschießen für sich. „Wir hatten das Spiel schon verloren, haben dann aber noch gewonnen. Wir sind happy“, sagte Trainer Domenico Tedesco, der das Team auf sechs Positionen verändert und reichlich durcheinander gewirbelt hatte.

Sein Stürmer Uth hatte bereits in der 63. Minute Gelb gesehen. Und in der 116. Minute hätte er nach einem Handspiel gar vom Feld verwiesen werden müssen. „Ja, da kann man schon Gelb-Rot geben“, gab Uth zu. Der Stürmer aber hatte seine Verwarnung nach eigenen Angaben längst vergessen. Coach Tedeco sagte zu Uths Filmriss: „Das ist natürlich schlecht. Es wäre schön, wenn die Jungs mitkriegen, wenn sie verwarnt werden. Das ist schon wichtig.“

Im Spiel hatte Uth durch viele Ballverluste, nicht aber durch Torgefahr auf sich aufmerksam gemacht. „Wir haben es bis zum letzten Pass ganz gut gemacht, haben viele Kontersituationen herausgespielt. Dann spielen wir aber zu oft zur falschen Seite raus oder vertändeln den Ball“, analysierte Uth. „Wir nehmen aus dem Elfmeterschießen den psychologischen Vorteil mit. Und müssen weiter hart arbeiten, darauf kommt es an.“ So sah es auch Tedesco, der lobend hervorhob, dass auch die Ersatzspieler mitgefiebert hätten: „Das zeigt, dass alle voll da sind.“

Fakt ist aber auch, dass Schalke nur mit einer ordentlichen Portion Glück ins DFB-Pokalachtelfinale eingezogen ist. Der Halloween-Abend in Köln könnte dennoch als Wendepunkt für den Tabellenfünfzehnten der Bundesliga taugen. Das liegt weniger an den Gelsenkirchenern, die spielerisch blass geblieben waren. Es liegt eher an Schalkes nächstem Gegner: Am Samstag gastiert Hannover 96. Das Team steht auf Tabellenplatz 17 und versucht auch zu vergessen: und zwar das 1:2-Pokalaus gegen Wolfsburg.

(ball)