Champions League: Domenico Tedesco verbietet Schalke 04 schlechte Laune

Start in die Champions League : Tedesco verbietet Schalke schlechte Laune

Der FC Schalke 04 kehrt am Dienstag in die Champions League zurück. Die Stimmung im Revier ist nach dem Fehlstart in der Bundesliga aber gedrückt. Trainer Domenico Tedesco braucht jetzt Fingerspitzengefühl.

Schalke 04 kehrt nach 1288 Tagen in die Champions League zurück, Domenico Tedesco steht erstmals im feinen Zwirn an der Seitenlinie, aber das Lächeln fällt dem Trainer schwer. Nach dem Bundesliga-Fehlstart kämpft der Überflieger der vergangenen Saison gegen seine erste Krise - und die schlechte Laune vor dem bislang größten Spiel seiner Karriere.

"Wir haben uns letzte Saison zerrissen, um diese Spiele spielen zu dürfen. Daher müssen wir es mit Freude und Spaß angehen und versuchen, die Ergebnisse auszublenden", forderte der 33-Jährige vor dem Auftakt am Dienstag (21 Uhr/DAZN) gegen den FC Porto. Die Königsklasse, die er bisher nur aus dem Fernsehen kannte, sei "Belohnung und nicht Belastung". Es gebe "null Komma null Negativität".

Vor anderthalb Jahren war Tedesco noch Trainerneuling beim Zweitligisten Erzgebirge Aue, nach der überraschenden Vizemeisterschaft mit den Königsblauen im ersten Bundesligajahr erfüllt sich schon jetzt der Traum von der größten Bühne im Klubfußball. Doch die Vorfreude ist nach den drei Pleiten in der Liga getrübt, der Taktiktüftler als Psychologe gefragt.

"Er kann damit umgehen", meinte Sportvorstand Christian Heidel nach dem 1:2 bei Borussia Mönchengladbach. „Bei uns steht kein ratloser Trainer da." Das erste Schalker Spiel in der Champions League seit dem 4:3 im Achtelfinale 2015 beim Rekordsieger Real Madrid soll als Stimmungsaufheller wirken, damit Königsblau nicht in Depressionen verfällt. "Wir wollen positive Gefühle mitnehmen", sagte Torwart Ralf Fährmann. Getreu dem Motto von Stürmer Guido Burgstaller: "Hart arbeiten, nicht jammern, Gas geben und an uns glauben."

Gegen den portugiesischen Rekordmeister mit der spanischen Torwartlegende Iker Casillas, die in ihre 20. Champions-League-Saison in Folge startet, ist die Aufgabe angesichts der schwachen Leistungen in der Bundesliga aber äußerst anspruchsvoll. "Porto ist in der Gruppe leicht favorisiert. Man kann sie ein bisschen mit Atletico Madrid vergleichen", sagte Tedesco über den 28-maligen Meister, der beste Erinnerungen an die Schalker Arena hat: 2004 gewann er mit Trainerstar Jose Mourinho in Gelsenkirchen das Champions-League-Finale gegen AS Monaco mit 3:0.

Auch die Königsblauen denken gerne an Porto: 2008 zogen sie dank der Paraden von Torhüter Manuel Neuer im Elfmeterschießen ins Viertelfinale ein. Auch 1976 setzten sie sich im Uefa-Cup dank dreier Tore ihres legendären Stürmers Klaus Fischer durch.

Aktuell überwiegen aber die Probleme - in allen Mannschaftsteilen: Die in der Vorsaison so stabile Abwehr um Naldo wackelt, im Mittelfeld läuft der Königstransfer Sebastian Rudy nur nebenher, und der Angriff hat in 270 Bundesliga-Minuten lediglich ein Tor aus dem Spiel heraus zustande gebracht. "Wir haben gerade Dreck am Schuh", meinte Daniel Caligiuri, der wie viele andere von der Form der Vorsaison weit entfernt ist.

So könnten sie spielen:

Schalke Fährmann - Sane, Naldo, Nastasic - Caligiuri, Mendyl - Rudy, Bentaleb - Serdar - Uth, Burgstaller. - Trainer: Tedesco

Porto Casillas - Maxi Pereira, Felipe, Eder Militao, Alex Telles - Herrera, Sergio Oliveira - Otavio, Brahimi - Marega, Aboubakar. - Trainer: Sergio Conceicao

(sid/sef)