„Entwicklung gesehen“ Schalke verliert und verliert – spielt aber nicht mehr wie ein Absteiger

Bremen · Ganz gut gespielt, aber wieder verloren: Schalke 04 kommt auch unter Neu-Trainer Thomas Reis nicht aus der Krise. Der Auftritt der Mannschaft stimmt trotzdem positiv.

 Schalkes Dominick Drexler, Alex Kral (r) und Marius Bülter (l) stehen nach der Niederlage enttäuscht auf dem Platz.

Schalkes Dominick Drexler, Alex Kral (r) und Marius Bülter (l) stehen nach der Niederlage enttäuscht auf dem Platz.

Foto: dpa/Carmen Jaspersen

Thomas Reis schaute finster drein. „Das tut sehr, sehr weh“, sagte der immer noch neue Trainer von Schalke 04. Schon wieder verloren, diesmal 1:2 (0:1) bei Werder Bremen. Und dann hing tief im Weserstadion auch noch dieser riesige Fernseher, im Standbild zeigte er die fiese Tabelle an. Letzter. Nur sechs Pünktchen. Die Situation sei „beschissen“, sagte Reis.

Dabei spielte sein Team ganz und gar nicht mehr wie ein Absteiger. Schalke ackerte, Schalke rannte und Schalke spielte phasenweise richtig Fußball, hatte eigentlich die besseren Chancen.

„Es hat nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft gewonnen“, sagte Reis und hatte damit sogar irgendwie recht: „Wir haben bewiesen, dass wir fähig sind, in der Bundesliga zu spielen.“

Aber man muss eben auch mal „ein Tor schießen“, wie Alex Kral sagte. Und während Schalke den Pfosten traf oder mit dem Videobeweis haderte, nutzte Werder die wenigen Möglichkeiten eben eiskalt aus, Niclas Füllkrug (30.) und Marvin Ducksch (76.) waren sehr effektiv. Für Schalke war der Anschlusstreffer von Dominick Drexler (89.) zu wenig.

Bundesliga 2023/24 - Die Sprüche zum 26. Spieltag der Bundesliga​
13 Bilder

Die Sprüche zum 26. Spieltag der Bundesliga

13 Bilder
Foto: dpa/Swen Pförtner

Und so stehen am Ende ganz bittere Zahlen. Sieben Bundesliga-Pleiten in Serie. Und die Königsblauen haben zudem eine unschöne Bestmarke eingestellt: 35 Auswärtsspiele in Folge in der Bundesliga ohne Sieg schaffte zuvor nur der Karlsruher SC. „Für uns war es ein bitterer Abend“, sagte Simon Terodde.

Doch sie spüren auch, dass sich etwas bewegt - trotz der Verletztenmisere. „Ich finde, wir haben auf jeden Fall eine Entwicklung gesehen - auch wenn die Niederlage sehr schmerzhaft ist“, sagte Reis: „Wir hätten es verdient gehabt zu punkten. Wenn wir so weitermachen und nicht nachlassen, werden wir uns in der Zukunft auch belohnen.“

Gegen Mainz 05 am Mittwoch (20.30 Uhr/Sky) ist ein Sieg fast schon Pflicht, um den Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen nicht noch größer werden zu lassen. Danach kommt vor der WM in Katar noch Bayern München in die Arena. „Ich möchte sehen, dass die Mannschaft das Publikum von Anfang an mitnimmt“, sagte Reis über das Mainz-Spiel und forderte Vollgas.

Auch in Bremen habe Schalke „alles reingehauen“, sich „gewehrt, viele Chancen erarbeitet. Bester Mann bei Werder war Torwart Jiri Pavlenka“, sagte Terodde und haderte, dass den Krisen-Knappen auch „einfach das Quäntchen Glück gefehlt“ habe. Aber „mit so einer Leistung kann ich mich identifizieren, das haben auch die Fans honoriert“, sagte Terodde. Gegen Mainz wollen, müssen sie es jetzt irgendwie erzwingen: „Und uns dann endlich auch belohnen.“

(SID/stja)