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Bundesliga: Schalke verliert 1:3 gegen Bremen - Spuckattacke von Ozan Kabak

1:3 gegen Werder Bremen : Kabak spuckt Gegner bei Schalke-Pleite an – und entschuldigt sich

Schalke verliert schon wieder – dieses Mal im Abendspiel gegen die eigentlich ebenfalls angeschlagenen Bremer. Diskussionen gibt es um eine Szene, in der S04-Profi Ozan Kabak einen am Boden liegenden Gegenspieler angespuckt haben soll.

Sportlich ist die Geschichte schnell erzählt: Nach der üblen 0:8-Klatsche bei Rekordmeister FC Bayern München am 1. Spieltag, kassiert der FC Schalke auch im ersten Heimspiel der Saison eine völlig verdiente 1:3-Niederlage gegen Werder Bremen. Schalke am Boden, die Tage von David Wagner als Schalke-Trainer scheinen gezählt. Noch mehr Diskussionen als um die schon wieder bodenlose Leistung des Revierklubs oder die Zukunft des S04-Coaches gibt es aber um eine ganz andere Situation, die man – insofern die Anschuldigungen denn stimmen – getrost als ekelhaft bezeichnen darf.

26. Minute in der Schalker Veltins-Arena, Werder Bremen führt zu diesem Zeitpunkt bereits. An der Seitenlinie kommt es zu einem Zweikampf zwischen Schalke-Verteidiger Ozan Kabak und Werder-Profi Ludwig Augustinsson. Letzterer geht zu Boden. Kabak läuft daraufhin mit Blick auf den Gegenspieler vorbei und spuckt in dessen Richtung auf den Boden – so zeigen es die Fernsehbilder. Die Frage: mit Absicht?

Der Schiedsrichter bekommt die Szene nicht mit. Sehr wohl aber die Kommentatoren und Experten von Sky, die die Bilder mehrfach in Zeitlupe vorspielen. Zumindest Sky-Experte Lothar Matthäus kommt beim Anblick dieser zu einem eindeutigen Ergebnis: „Er hat nachgespuckt. Man sieht es ganz genau. Das ist eine grobe Unsportlichkeit. Ich bin der Meinung, er hat es bewusst gemacht. Das ist das Allerschlimmste.“ Wenn es nach Matthäus geht, sollte diese Aktion noch Folgen für Kabak haben: „Ich hoffe, dass es da noch Konsequenzen gibt. Das sollte sich Schalke nicht gefallen lassen, dass sich ein Spieler nicht unter Kontrolle hat.“

Anders sieht das Schalke-Trainer David Wagner, der seinen Spieler nach dem Abpfiff in Schutz nimmt: „Es sieht unschön aus, aber ich kenne Ozan und bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass es keine Absicht ist", meint der Coach. Der Bespuckte, Ludwig Augustinsson, wird nach dem Spiel am Sky-Mikrofon mit der Szene konfrontiert. Er sagt, er habe währenddessen nichts davon gemerkt. Jetzt, wo er die Bilder sieht, kommt Augustinsson aber zu dem Schluss: „Das hat mit Fußball nichts zu tun. Das ist nicht Fair Play.“ Ähnlich sieht es sein Trainer Florian Kohfeldt, als ihm das Video vorgespielt wird: „Das ist eine glasklare Rote Karte.“ Vom Platz fliegt Kabak übrigens trotzdem noch – nach seiner zweiten Gelben Karte nach taktischem Foul in der 84. Minute.

Kabak selbst äußert sich später via Instagram und beteuert, dass er Augustinsson nicht absichtlich angespuckt habe: „Es war keine Absicht, die Sicht von außen täuscht. Ich habe so etwas noch nie gemacht und werde es auch niemals tun, da es einfach unsportlich ist. Dies war sehr unglücklich. In jedem Fall Entschuldigung an Ludwig“, schrieb der 20-Jährige auf Twitter.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Ich möchte mich bei Ludwig Augustinsson entschuldigen. Es war keine Absicht, die Sicht von außen täuscht. Ich habe so etwas noch nie gemacht und werde es auch niemals tun, da es einfach unsportlich ist. Dies war sehr unglücklich. In jedem Fall, Entschuldigung an Ludwig.</p>&mdash; Ozan KABAK (@ozankabak4) <a href="https://twitter.com/ozankabak4/status/1309949207198007296?ref_src=twsrc%5Etfw">September 26, 2020</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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In jedem Fall gibt es für Schalke die zweite Saisonniederlage im zweiten Spiel, die Gegentore Nummer neun bis elf und das Verharren auf dem letzten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga. Werder Bremen hingegen feiert nach dem schlechten Start gegen Hertha BSC (1:4) ein Positiv-Erlebnis. Obwohl sie im Spiel gegen Schalke deutlich weniger Ballbesitz haben, wissen sie damit viel mehr anzufangen– allen voran Niclas Füllkrug. Der Werder-Stürmer schießt alle drei Tore. Erst ist er nach einem Eckball zur Stelle und fälscht unhaltbar ab (22.), dann köpft er nach einer Freistoßflanke ein (37.), ehe er in der 60. Minute auch noch einen Elfmeter verwandelt, den er nach Foul von Kabak zuvor selbst herausgeholt hatte.

Alles in allem also ein äußerst gelungener Abend für Werder Bremen und Füllkrug, das Gegenteil für Schalke 04 und Kabak – daran ändert auch der Ehrentreffer durch Mark Uth (90.+2) nichts mehr.