FC Augsburg: Trainer Manuel Baum und Co-Trainer Jens Lehmann entlassen

Nachfolger steht schon fest : FC Augsburg feuert Trainer Baum und Co-Trainer Lehmann

Lange hatte Augsburg im Abstiegskampf an Manuel Baum festgehalten, nun muss der Trainer gehen. Auch der im Januar als Hoffnungsträger verpflichtete Assistent Jens Lehmann wurde freigestellt. Richten soll es im Saisonfinale ein alter Bekannter aus der Bundesliga.

Diese Pleite war auch für den sonst so besonnenen und trainertreuen FC Augsburg zu viel. Zwei Tage nach der 0:4-Abfuhr gegen die TSG Hoffenheim hat der Fußball-Bundesligist Chefcoach Manuel Baum sowie Edel-Assistent Jens Lehmann freigestellt. Wie der Verein am Dienstag mitteilte, soll der frühere Mainzer und Wolfsburger Trainer Martin Schmidt die Schwaben vor dem Abstieg retten. Der Schweizer wird am Mittwoch (13.30 Uhr) offiziell vorgestellt, nachdem er seine erste Einheit beim FCA geleitet hat.

„Wir haben in den letzten Wochen und Monaten alles dafür getan, unsere schwierige Situation gemeinsam zu meistern“, wurde Manager Stefan Reuter in der Mitteilung zitiert. „Nach dem 0:4 gegen die TSG 1899 Hoffenheim und den äußerst schwankenden Leistungen zuvor hat uns aber die Überzeugung gefehlt, dass wir dies auf Dauer in der bisherigen Konstellation schaffen werden.“ Die Augsburger sind 15. der Tabelle haben nur vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang.

In der Rückrunde gingen die Fuggerstädter unter anderem beim 0:4 in Bremen, 1:5 in Freiburg, 0:3 in Nürnberg und zuletzt gegen Hoffenheim unter. Die entscheidende Schlappe war zu viel, danach beschwerte sich sogar Abwehrchef Jeffrey Gouweleeuw über taktische Fehler. Kein Trainer sei davor gefeit, falsche Entscheidungen zu treffen, sagte Baum noch am Montag als Reaktion auf Gouweleeuws Kritik. Noch vor der Rückrunde hatte Martin Hinteregger den Trainer ähnlich angegriffen, damals hielt der Club zu Baum und verlieh den Spieler nach Frankfurt.

Diesmal war Baums Kredit aber aufgebraucht. Der Verein habe sich in der sportlichen Schieflage entschieden, „zum jetzigen Zeitpunkt einen klaren Schnitt zu machen, um die Weichen für einen sportlich erfolgreichen Saisonendspurt und die weitere Zukunft des FCA zu stellen“, sagte Reuter. Dass neben Baum auch Lehmann gehen muss, der erst Ende Januar wegen seiner Erfahrung verpflichtet worden war, zeigt, dass das Experiment mit dem Trainer-Novizen komplett schief ging. Viele hatten vermutet, dass Lehmann bei einem Rauswurf Baums den Cheftrainer-Posten hätte übernehmen sollen. Neben den beiden wurde auch der Technische Direktor Stephan Schwarz freigestellt.

Reuter ist für konsequente Entscheidungen bekannt. Zum einen kann er lange an Trainern festhalten, wenn er von ihnen überzeugt ist. Markus Weinzierl etwa und auch Baum vor zwei Jahren durften trotz großer sportlicher Nöte bleiben und schafften am Saisonende jeweils die Rettung. Baums direkten Vorgänger Dirk Schuster hingegen warf der Verein im Dezember 2016 raus, obwohl die Tabellenlage damals passte.

Den Abwärtstrend soll nun also Schmidt stoppen, am Sonntag muss Augsburg auswärts beim Europa-League-Viertelfinalisten Eintracht Frankfurt antreten. Er ist seit dem Aufstieg 2011 nach Jos Luhukay, Weinzierl, Schuster und Baum der erst fünfte Chefcoach des FCA.

Der 51-Jährige war von Februar 2015 bis zum Ende der Saison 2016/17 in Mainz verantwortlich. Von September 2017 bis zu seinem Rücktritt im Februar 2018 trainierte er die Wolfsburger.

Von den fünf Bundesliga-Abstiegskandidaten hatte nur Augsburg bis jetzt am Trainer festgehalten, doch letztlich griff auch Reuter zu diesem radikalsten Mittel der Veränderung. Insgesamt war es der sechste Chefcoach-Wechsel nach Stuttgart (Korkut/Weinzierl), Leverkusen (Herrlich/Bosz), Hannover (Breitenreiter/Doll), Nürnberg (Köllner/Schommers) und Schalke (Tedesco/Stevens).

(pabie/dpa)
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