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Fans bei Dynamo Dresden, Hansa Rostock und in der Bundesliga drängen zurück

Anhänger unterstützen Teams : Die Fans drängen zurück zum Stadion – Rückkehr zum Finale möglich

In der entscheidenden Saisonphase nimmt die Nähe zwischen Fans und Teams wieder zu. In Dresden war die Polizei mit einem Großaufgebot vor Ort. Am letzten Spieltag ist plötzlich sogar die Rückkehr von einigen Zuschauern in die Stadien nicht mehr ausgeschlossen.

Mit einem Großaufgebot hat die Polizei am Sonntag das letzte Heimspiel von Fußball-Drittligist Dynamo Dresden gegen Türkgücü München abgesichert. Da Dynamo mit einem Sieg den Wiederaufstieg in die 2. Liga perfekt machen würde, hatten Polizei und Stadt einen Massenandrang von Fans vor dem Stadion befürchtet. Obwohl der Verein vor der Partie genau wie Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) an die Anhänger appelliert hatte, nicht zum Stadion zu kommen und zu Hause zu bleiben, versammelten sich noch vor dem Anpfiff Hunderte Fans um die Spielstätte. Vereinzelt zündeten Anhänger Pyrotechnik.

Hintergrund der Befürchtungen waren Szenen, die sich beim Abstieg von Dynamo Dresden aus der 2. Bundesliga im vergangenen Sommer abgespielt hatten. Rund 2000 Fans waren damals unter Missachtung der Corona-Regeln vor das Stadion gezogen und hatten sich dort mit reichlich Pyrotechnik und Sprechchören von der Mannschaft und ihrem damaligen Sportdirektor Ralf Minge verabschiedet.

Schon am Samstag feierten Augsburg und Mainz Hunderte Fans mit den Profis die Rettung vor dem Bundesliga-Abstieg, in Bochum verabschiedeten rund 5000 VfL-Anhänger den Zweitliga-Tabellenführer auf dem Weg zum Spiel in Nürnberg. Angesichts sinkender Inzidenzzahlen in Deutschland drängen die seit Monaten wegen der Corona-Krise ausgeschlossenen Zuschauer immer stärker zurück und dürfen wie die Verantwortlichen im Profifußball vereinzelt sogar auf ein Saisonfinale mit Fans im Stadion hoffen.

„Als Bürger, Familienvater und soziales Wesen wünsche ich mir, dass das Schlimmste jetzt wirklich überwunden ist. Was den Profifußball und Zuschauer angeht, wünsche ich mir sehr – das gilt aber für alle Sportarten, für Kinos, Theater, Konzerte und andere Veranstaltungen –, dass sie bald wieder zugelassen werden“, sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Andere Profiligen in Europa seien „schon deutlich weiter, wenn es darum geht, wieder Zuschauer zulassen zu dürfen“. Die Entscheidung darüber obliegt der Politik im Zusammenspiel mit den zuständigen Gesundheitsämtern.

„Uns fehlen die Fans“, hatte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge schon vor einer Woche im ZDF-Sportstudio gesagt und Kostenpflichtiger Inhalt mit Blick auf den im letzten Spiel gegen den FC Augsburg am kommenden Samstag anstehenden Abschied von Meistertrainer Hansi Flick und verdienstsvollen Profis wie David Alaba, Jérôme Boateng oder Javi Martínez betont: „Es wäre toll, wenn ein paar Zuschauer dabei sein dürften, um dann diesen großartigen Menschen ihren Beifall zu geben.“

Konkrete Planungen für eine Zuschauer-Rückkehr gibt es bereits beim Drittligisten FC Hansa Rostock. Der mögliche Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga könnte am Pfingstsamstag beim Spiel gegen den VfB Lübeck mit 7500 Fans im Ostseestadion gefeiert werden.

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Verein, Hansestadt und Polizei hätten ein gemeinsames Konzept für ein Spiel mit Zuschauern vorgelegt, berichtete die „Ostsee-Zeitung“ (Samstag). „Ja, die Gespräche über ein Saisonfinale vor Fans laufen“, sagte Innenminister Torsten Renz (CDU) der Zeitung und meinte: „Ich würde es begrüßen, wenn es uns gelingt, das umzusetzen.“ Bedingung: Jeder Zuschauer, der bei der möglichen Aufstiegssause mit dabei sein darf, müsse vorher getestet werden und sich auch registrieren lassen.

Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen sagte: „Wenn Hansa aufsteigt, wird gefeiert. Wir haben nun die Wahl: Wollen wir viele kleine, diffuse Partys oder eine große mit klaren Regeln? Ich bin für die große Feier im Stadion. Die bedeutet deutlich weniger Risiko.“

(dör/dpa/SID)