Europa League: Borussia Dortmund ist bei Red Bull Salzburg zum Siegen verdammt

Achtelfinale der Europa League: Borussia Dortmund in Salzburg zum Siegen verdammt

Borussia Dortmund steht nach der 1:2-Heimniederlage gegen Salzburg mit dem Rücken zur Wand. Doch der Glaube an den Viertelfinaleinzug ist weiterhin vorhanden.

Die Ausgangslage ist kompliziert, die Bilanz desaströs - doch Borussia Dortmund will mit dem Mute der Verzweiflung doch noch ins Viertelfinale der Europa League stürmen. "Wir spielen am besten mit zehn Stürmern", gibt Gonzalo Castro die Marschroute für das Achtelfinal-Rückspiel bei Red Bull Salzburg vor. Denn nach der 1:2-Hinspielniederlage ist klar: Der BVB benötigt beim österreichischen Tabellenführer am Donnerstag (21.05 Uhr/Sport1 und Sky) einen Sieg und mindestens zwei Tore.

Trainer Peter Stöger wird seine Mannschaft allerdings nicht blindlings ins Verderben rennen lassen, doch auch der Österreicher trat die Dienstreise in seine Heimat optimistisch an. "Wir haben noch eine Möglichkeit, das zu reparieren. Zuversichtlich macht mich, dass wir Phasen im Spiel haben, die richtig gut sind", sagte Stöger, der auf die Langzeitverletzten Shinji Kagawa, Andrej Jarmolenko, Erik Durm und Sebastian Rode sowie den nicht spielberechtigten Manuel Akanji verzichten muss.

Die Bilanz spricht allerdings gegen den achtmaligen deutschen Meister. In dieser Saison wurde von neun Europacupspielen lediglich eins (3:2 gegen Bergamo) gewonnen. Salzburg ist hingegen seit 18 Begegnungen im internationalen Wettbewerb ungeschlagen.

Um die letzte Chance auf einen Titel in dieser Saison zu wahren, muss sich der BVB gegenüber dem blamablen Auftritt im Hinspiel deutlich steigern. "Die Spieler müssen Wiedergutmachung betreiben", forderte Sportdirektor Michael Zorc: "Dann haben wir noch eine realistische Chance aufs Weiterkommen."

Dafür müssen die Westfalen in der Defensive aber deutlich stabiler auftreten als im ersten Vergleich mit Salzburg und im Spiel nach vorne eine größere Durchschlagskraft entwickeln. Die Hoffnungen ruhen dabei auf Marco Reus und Michy Batshuayi. Die Leihgabe des FC Chelsea meldete sich zuletzt nach einer schwächeren Phase mit seinen beiden Joker-Toren beim 3:2-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt eindrucksvoll zurück.

"Ich hoffe, dass uns dieses Erfolgserlebnis noch einmal einen Schub geben wird", sagte der in der Bundesliga mit Dortmund noch immer ungeschlagene Stöger. Der Viertelfinaleinzug würde auch die Chancen auf seine Vertragsverlängerung erhöhen. Ende des Monats soll es erste Gespräche geben.

  • Europa League : BVB - Salzburg: Die Bilder des Spiels
  • Stöger nach Salzburg-Pleite ratlos : BVB enttäuscht auf ganzer Linie

Die Spekulationen um seine Zukunft nimmt Stöger mit Humor: "Ich habe gelesen, dass es um meinen Job geht, deswegen versuche ich, eine gute PK zu machen", sagte der BVB-Trainer lächelnd auf der Pressekonferenz vor der Partie: "Ich habe mich noch nie so gut auf eine PK vorbereitet."

Bei Salzburg ist der Respekt vor dem Gegner trotz der glänzenden Ausgangslage groß. "Ich werde nicht müde, darauf hinzuweisen, dass es gegen eine Klassemannschaft mit großer Qualität geht, die sicher alles reinwerfen wird", sagte Trainer Marco Rose und ergänzte mit Blick auf die 90 oder 120 Minuten: "Es wartet noch viel harte Arbeit auf uns."

Auch Österreichs deutscher Nationaltrainer Franco Foda hat den BVB noch lange nicht abgeschrieben. "Dortmund kann bei jeder Mannschaft der Welt gewinnen", sagte Foda. Als kleines Handicap für die Gäste könnte sich der Rasen erweisen, der in den vergangenen Wochen angesichts der tiefen Temperaturen stark gelitten hat. Ein Austausch war nicht mehr möglich.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Salzburg: Walke - Lainer, Ramalho, Caleta-Car, Ulmer - Samassekou, Schlager - Haidara, Berisha - Hwang, Dabbur. - Trainer: Rose

Dortmund: Bürki - Piszczek, Sokratis, Toprak, Schmelzer - Castro, Dahoud - Pulisic, Götze (Schürrle), Reus - Batshuayi. - Trainer: Stöger

(sid)