Europa League: Atletico Madrid will gegen Olympique Marseille Finalfluch brechen

Angst vor Krawallen vor Europa-League-Finale: Atletico will gegen Marseille seinen Finalfluch brechen

Für Atletico Madrid und Olympique Marseille ist ein Sieg im Finale der Europa League enorm wichtig. Sorgen bereiten am Finalort Lyon die Fans von Marseille.

Atletico Madrid will den Finalfluch der letzten Jahre brechen, Olympique Marseille hofft nach einer mäßigen Saison auf ein Happy End: Vor dem Finale der Europa League am Mittwoch in Lyon (20.45 Uhr/Sky und Sport1) sind beide Klubs bis in die Haarspitzen motiviert und hoffen in dem Hochsicherheitsspiel auf einen ruhigen Ausgang.

Sorgen bereiten vor allem die Problemfans von Olympique Marseille, die mit dem Anhang von Olympique Lyon, Hausherr im Groupama-Stadion, aufs Härteste verfeindet sind. In den letzten Duellen war es zu massiven Ausschreitungen gekommen. Ultras hatten Sitzschalen aus der Verankerung gerissen und diese wie weitere Teile der Sanitäranlagen als Wurfgeschosse benutzt.

1250 Polizisten, ein Hubschrauber und zwei Wasserwerfer

"Wir haben reagiert und deutlich mehr Maßnahmen ergriffen als zu Spielen der EM 2016", sagte Polizeisprecher Stephane Boillon. 1250 Polizisten sind im Einsatz, ein Hubschrauber und zwei Wasserwerfer stehen bereit. Marseille bringt sogar 200 eigene Ordner mit nach Lyon.

Sportlich gilt Madrid als Favorit, nachdem die Rojiblancos im Halbfinale Titelaspirant FC Arsenal ausgeschaltet haben. Den Madrilenen hängt aber nach, in Finals unter Trainer Diego Simeone meist zu verlieren - so wie 2014 und 2016 in der Champions League gegen den Stadtrivalen Real Madrid.

"Wir haben mit Diego Simeone mehr Finalspiele gewonnen als verloren. Wenn wir mit dem Herzen dabei sind, siegen wir sicher", sagte Madrids Abwehrspieler Juanfran dem kicker trotzig. Der letzte internationale Titel datiert aus dem Jahr 2012, als Simeone in seinem ersten Jahr als Atletico-Trainer die Europa League gewann.

In Lyon kann der Argentinier seiner Elf nicht aus nächster Nähe helfen. Der 48-Jährige wurde nach Schiedsrichter-Beleidigungen im Hinspiel gegen Arsenal für vier Spiele gesperrt und muss die Partie von der Tribüne aus verfolgen. Die UEFA lehnte ein Gnadengesuch ab, Assistent German Burgos steht an der Seitenlinie.

Letztes großes Griezmann-Spiel für Atletico

Für Offensiv-Star Antoine Griezmann dürfte das Finale das letzte große Spiel im Atletico-Trikot sein. Der Franzose steht vor dem Wechsel zum FC Barcelona - für eine festgeschriebene Ablösesumme von 100 Millionen Euro. Atletico versuchte zuletzt mit allen Kräften, den Transfer zu verhindern.

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Olympique Marseille, im Viertelfinale Endstation für RB Leipzig, könnte mit einem Sieg die Saison noch retten. In der Liga stehen die Südfranzosen vor dem letzten Spieltag nur auf Rang vier und drohen die Champions League zu verpassen. Mit einem Sieg am Mittwoch wäre man automatisch für die Königsklasse qualifiziert.

25 Jahre nach dem grandiosen Sieg in der Champions League mit Rudi Völler kann "OM" wieder Geschichte schreiben. "Die Sieger von damals sind immer noch Helden in unserem Klub", sagt Nationalspieler Dimitri Payet, "wenn wir das Finale gewinnen, werden unsere Namen ebenfalls in die Geschichtsbücher des Klubs eingetragen."

Olympique hat einen prominenten Unterstützer. "Ich werde für Marseille vibrieren", sagte der dreimalige Weltfußballer Zinedine Zidane. Der Erfolgscoach von Real Madrid ist in Marseille geboren und Anhänger des Klubs, obwohl er dort nie gespielt hat.

Wichtiger Fixpunkt im Spiel von Olympique ist Luiz Gustavo. Der frühere Profi von Bayern München und VfL Wolfsburg kehrt nach seiner Gelbsperre ins Team zurück. Auch Torhüter Steve Mandanda und Payet gehören wieder zur Startelf.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Marseille: Mandanda - Sakai, Luiz Gustavo, Rami - Sarr, Ocampos, Zambo, Sanson, Payet, Amavi - Thauvin - Trainer: Rudi Garcia.

Madrid: Oblak - Juanfran, Savic, Godin, Filipe Luis - Thomas, Saul Niguez - Gabi, Koke - Griezmann, Diego Costa. - Trainer: Diego Simeone.

Schiedsrichter: Björn Kuipers (Niederlande).

(SID)