Europa League Eigentor verhindert Leipziger Heimpleite gegen Bergamo

Leipzig · RB Leipzig muss um seinen Titeltraum in der Europa League bangen. Nach einer lange Zeit enttäuschenden Vorstellung kam das Team von Trainer Domenico Tedesco im Viertelfinal-Hinspiel gegen den italienischen Erstligisten Atalanta Bergamo zu Hause nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus.

 Zweikampf zwischen Leipzigs Konrad Laimer (r) und Bergamos Jose Luis Palomino.

Zweikampf zwischen Leipzigs Konrad Laimer (r) und Bergamos Jose Luis Palomino.

Foto: dpa/Jan Woitas

Die Spieler senkten enttäuscht die Köpfe, doch Trainer Domenico Tedesco konnte nach dem Schlusspfiff schon wieder lächeln. Bei RB Leipzig wussten sie nicht so recht, wie sie das durchaus schmeichelhafte 1:1 (0:1) im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League gegen den italienischen Erstligisten Atalanta Bergamo einordnen sollten. Schwach gespielt hatte RB - im wilden Schlagabtausch der zweiten Halbzeit aber immerhin Schadensbegrenzung betrieben.

Klar ist jedoch auch: Im Rückspiel in einer Woche in der Lombardei muss sich RB für das Halbfinal-Ticket offensiv wie defensiv steigern.

Der überragende Gäste-Stürmer Luis Muriel (17.) hatte den Tabellensiebten der Serie A in Führung gebracht, ehe RB durch ein Eigentor von Davide Zappacosta (58.) doch noch halbwegs glimpflich davon kam. Kurz vor dem Ausgleich hatte Stürmer Andre Silva einen Foulelfmeter verschossen (58.). Christopher Nkunku war im Strafraum zu Fall gebracht worden. Leipzig ist damit seit elf Pflichtspielen ungeschlagen. Dominik Szoboszlai köpfte den Ball an die Querlatte (82.).

Für den in Süditalien geborenen Tedesco war es eine besondere Partie vor 36.029 Zuschauern. "Ich freue mich extrem darauf", hatte der 33-Jährige vor seinem ersten Pflichtspiel gegen eine italienische Mannschaft gesagt. Aufgrund der enormen Bedeutung auch für den Verein verzichtete der Trainer auf eine große Rotation, lediglich die Nationalspieler Benjamin Henrichs und Lukas Klostermann rückten neu in die Startelf.

Doch ausgerechnet diese beiden Profis sahen beim 0:1 schlecht aus. Bei seinem explosiven Antritt an der Strafraumgrenze ließ Torschütze Muriel sowohl Henrichs als auch Klostermann scheinbar mühelos stehen, Torhüter Peter Gulacsi war gegen den wuchtigen Schuss machtlos.

Die Leipziger, die im Achtelfinale wegen der Sanktion gegen den russischen Vertreter Spartak Moskau ein Freilos hatten, waren vom Rückstand sichtlich beeindruckt. Nur zwei Minuten nach seinem Treffer narrte Muriel die RB-Defensive erneut und verpasste das 0:2 nur knapp. Das weckte den deutschen Vize-Meister aber auf, Andre Silva setzte mit einem Schuss an den Pfosten ein Zeichen (24.).

Doch Atalanta, das in der Liga nur zwei der vergangenen zehn Spiele gewonnen hat, zog sich tiefer in die eigene Hälfte zurück und machte die Räume sehr eng. Leipzig tat sich schwer, Lücken zu finden und sich gegen die körperlich robusten Gäste in Zweikämpfen durchzusetzen. Außerdem zeigte sich die Abwehr bei Kontern anfällig. Kurz vor der Halbzeit hatte das Tedesco-Team Glück, dass Mario Pasalic aus spitzem Winkel nur den Außenpfosten traf.

Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Leipziger deutlich den Druck und kamen zu Chancen, die auch zum Ausgleich führten. Doch defensiv blieb das Team anfällig für Tempogegenstöße. Szoboszlais Kopfball und eine spektakuläre Dreifach-Chance zu Beginn der Nachspielzeit hätten RB sogar noch den Sieg bringen können.

(ako/sid)
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