1. Sport
  2. Fußball
  3. Europa League

1. FC Köln: Europapokal-Traum lebt nach Sieg gegen BATE Borissow

5:2-Heimsieg gegen Borissow : Kölns Europapokal-Traum lebt

Der 1. FC Köln hat sich in der Europa League den Frust von der Seele geschossen. Die zuletzt oftmals glücklosen Geißböcke feierten einen 5:2 (1:2)-Erfolg gegen BATE Borissow und dürfen dadurch nach vier Spieltagen weiter von der K.o-Phase träumen.

Peter Stöger hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er sich vorstellen kann, irgendwann einmal die Fußball-Nationalmannschaft seiner Heimat zu trainieren. Dieses "irgendwann einmal" ist aber nicht jetzt. Am Sonntag hatte der österreichische Verband erneut versucht, Stöger zu überreden. "Ich habe ihnen gesagt, dass das Amt eine großartige Aufgabe ist", sagte der 51-Jährige, "dass es für mich derzeit aber nicht in Frage kommt, weil ich in Köln schon eine habe." Der Coach wählt in der Krisenzeit beim Bundesliga-Letzten nicht den Ausweg durch die Hintertür. Somit sitzt jetzt Franco Foda bei den Österreichern auf der Bank. Und Stöger stand auch gestern Abend beim Effzeh an der Seitenlinie. Das Team belohnte ihn für seinen Treueschwur. Durch das 5:2 gegen Bate Borisov dürfen die Kölner vom Einzug ins Sechzehntelfinale der Europa League träumen.

"Wir haben uns endlich belohnt. Das war ganz, ganz wichtig. Wir wissen das aber richtig einzuordnen und machen keine Freudensprünge. In drei Tagen geht es weiter", sagte Dominique Heintz nach der Partie.

Im Vergleich zum 1:2 in Leverkusen veränderte Stöger seine Mannschaft auf zwei Positionen. Auf der rechten Außenbahn begann Christian Clemens für Yuya Osako, und die linke Position in der Viererkette übernahm Konstantin Rausch von Jannes Horn. Köln startete stark, gewann viele Zweikämpfe, schaltete schnell um und nutzte die sich bietenden Räume. Der Lohn war die Führung durch Simon Zoller, der nach geschicktem Ballgewinn von Salih Özcan auf die Reise geschickt wurde, sich gegen zwei Weißrussen durchsetzte und eiskalt abschloss (16.). Dieser Treffer hätte beflügeln können. Tat er aber nicht. Er bewirkte das Gegenteil. Die Kölner verloren ihre Entschlossenheit, entschieden weder Zweikämpfe noch die Duelle um zweite Bälle für sich. Sinnbildlich war der Ausgleich für Borisov nach etwas mehr als einer halben Stunde. Der üblicherweise so solide verteidigende Dominique Heintz erwischte keinen guten Tag und beging ein völlig unnötiges Foulspiel am Rand des Strafraums. Beim anschließenden Freistoß ließ die Defensive Nemanja Milunovic aus den Augen, der per Direktabnahme zum Ausgleich traf.

Daraufhin zeigten die Gäste den Kölnern mal, welch positive Wirkung ein Tor auch entfalten kann. Nur zwei Minuten später bot Bate großes Spektakel: Einen tollen Angriffszug schloss Nikolai Signevich per Seitfallzieher zum 2:1 ab.

Joker Osako leitet die Wende ein

Stöger reagierte zur Pause. Für Totalausfall Clemens kam Osako. Es war der richtige Schachzug. Der Japaner erzielte prompt das 2:2 (54.). Angepeitscht vom lautstarken Anhang drängten die Domstädter auf das Siegtor. Ein direkt verwandelter Freistoß vom stark aufspielenden Sehrou Guirassy (63.) erlöste schließlich das Kölner Publikum. Osako (82.) und Jojic (90.) machten den Deckel drauf.

Nach dem ersten Saisonsieg außerhalb des DFB-Pokals braucht der Effzeh nun auch in der Liga dringend ein Erfolgserlebnis. Am Sonntag (15.30 Uhr) ist die TSG Hoffenheim in Müngersdorf zu Gast.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Köln - Borissow: Bilder des Spiels