1. FC Köln: Die Hauptschuld am Chaos trägt der FC Arsenal

Europa-Rückkehr des FC : Die Hauptschuld am Chaos trägt der FC Arsenal

Die Rückkehr des 1. FC Köln auf die europäische Bühne nach 25 Jahren wurde von Chaos überschattet. Die Hauptschuld an den Ereignissen in London trägt aber der Heimverein.

Ja, es gab vier Festnahmen. Ja, es haben 50 Halbstarke halbherzig versucht, den Gästeblock zu stürmen. Ja, es gab eine kurze Prügelei im Stadion. Ja, es wurden insgesamt fünf Bengalfackeln gezündet. Es sind allesamt klare Verfehlungen von wenigen Effzeh-Anhängern rund um das erste Europapokalspiel des 1. FC Köln nach 25 Jahren beim FC Arsenal. Diese sind zu ahnden.

Doch die Hauptschuld am Chaos und der Spielverlegung um eine Stunde tragen Polizei, Ordnungskräfte und der Heimverein. Dass rund 10.000 Kölner Anhänger mit einem Marsch gleichzeitig am Stadion ankommen, darf keine Überraschung für die Sicherheitskräfte gewesen sein. Der Marsch war ebenso weit im Vorfeld der Partie angekündigt worden, wie die Zahl der Kölner Fans, die ohne Tickets nach London reisen werden.

Doch vor dem Emirates Stadium schienen die Ordnungshüter völlig überfordert. Viel zu wenig Personal hatte große Mühe, die Abfertigung der Anhänger zu kontrollieren. Dabei wäre es durchaus möglich gewesen, vor der Südbrücke zum Stadion eine Vorkontrolle einzurichten, um nur Fans mit Tickets auf den Stadionvorplatz zu lassen. Dazu hatte der Effzeh den Verantwortlichen auch geraten.

Grundlage des Problems war die Ticketpolitik des FC Arsenal. Der englische Traditionsklub hatte dem Kölner Klub nur das Minimumkontingent an Karten (2900) zugeteilt. 20.000 Fans hatten sich dafür beworben. Bitten der Kölner Verantwortlichen um Aufstockung wurden abgelehnt. Da die Nachfrage bei den Heimfans aber sehr gering ausfiel, entschied sich Arsenal schließlich seinen Mitgliedern jeweils vier Tickets zu Spottpreisen anzubieten. Diese schlugen zu und verkauften die Karten gewinnbringend an Kölner. Diese Befeuerung des Schwarzmarktes durch den Verein ist an Naivität schwer zu überbieten.

Dass den Kölner Fans dann zwei Tage vor dem Spiel mitgeteilt wurde, dass ihnen der Zutritt zu neutralen Blöcken im Stadion verwehrt würde, rundete das Gesamtbild der fehlenden Organisation ab. Die etwa 8000 Effzeh-Anhänger, die schließlich im weitaus nicht ausverkauften Stadion waren, hatten sich Karten rund um den Gästeblock besorgt, nicht etwa im gegenüberliegenden Heimbereich. Zwei Drittel des Stadions waren somit noch fest in Hand der Arsenal Anhänger. Das hätte auch im Vorfeld vom Heimverein so gesteuert werden können — ja, müssen!

Hier geht es zur Bilderstrecke: Arsenal - Köln: Pressestimmen

(erer)
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