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TV-Kritik zum EM-Auftakt: Co-Kommentator Sandro Wagner tut dem ZDF gut

TV-Kritik zum EM-Auftakt : Co-Kommentator Sandro Wagner tut dem ZDF gut

Wagners Sprüche sitzen nicht immer, aber meistens. Und es ist wohltuend, dass er die Traute besitzt, Altmeister Bela Réthy in der ein oder anderen Szene zu korrigieren. Wagner als Co-Kommentator – ein klarer Schritt nach vorne für das ZDF.

22 Millionen Zuschauer – die Verantwortlichen beim Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) dürfen sich über eine Spitzenquote beim Kostenpflichtiger Inhalt EM-Auftakt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Frankreich freuen. Und die meisten dieser 22 Millionen dürften während des Spiels erstmals Bekanntschaft mit der Stimme von Sandro Wagner gemacht haben. Der Ex-Profi (unter anderem FC Bayern München) unterstützte Stamm-Kommentator Bela Réthy mit Analysen und Einordnungen. Fußballfans, die den Sportsender DAZN abonniert haben, kennen Wagner schon länger und schätzen die Tatsache, dass der 33-Jährige gerne mal einen flapsigen Spruch raushaut.

Diese Sprüche sitzen meistens – aber nicht immer. Dass Wagner dem französischen Abwehrspieler Presnel Kimpembe attestierte, "nicht die hellste Torte auf der französischen Torte" zu sein, war vielleicht etwas zuviel des Guten. Trotzdem fiel der fußballerische Sachverstand von Wagner auf – hier spricht jemand von einer Sportart, die er selbst auf höchstem Niveau ausgeübt hat. Wohltuend auch die Traute, die Wagner besaß, Altmeister Réthy in der ein oder anderen Szene zu korrigieren – ausnehmend freundlich übrigens. Wagner als Co-Kommentator – das ist ein Schritt nach vorne für das ZDF.

Noch einen Tick besser machte seine Sache Bundesligaprofi Christoph Kramer von Borussia Mönchengladbach. Der Weltmeister von 2014 gehört zum Analyse-Team des ZDF, bereitete das 0:1 pointiert nach und bewertete die Leistung der Deutschen vor allem am Auftritt der Franzosen ein. „Frankreich hat sehr bieder gespielt" sagte der 30-Jährige, „das ist nicht mein Anspruch für so eine Weltklassemannschaft, dass sie uns bis 20 Meter vor ihr Tor kommen lassen. Wir mussten keine Bäume ausreißen, um in ihren Strafraum zu kommen. Das war sehr einfach für uns, deshalb weiß ich nicht, welche Aussagekraft das für kommende Aufgaben haben soll.“

Unter dem Strich lässt sich festhalten: Der ZDF-Auftritt war in seiner Gesamtheit eine gelungene Sache, die leichten Tonprobleme in der ersten Halbzeit ließen sich bestens verschmerzen. Die Latte, die Wagner, Kramer und Co für die ARD für das Samstagsduell gegen Europameister Portugal gelegt haben, liegt hoch. Aber das Erste wird versuchen, zu kontern – unter anderem mit Erfolgstrainer Stefan Kuntz und Ex-Welttorhüterin Almuth Schult.

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