Fußball-EM 2024: EM-Bewerbung soll demokratische Rechte brechen

EM 2024: EM-Bewerbung soll demokratische Rechte brechen

Es gibt Ärger rund um die deutsche Bewerbung für die Fußball-EM 2024. Kritiker merken an, dass der DFB bei den Vergabe-Kriterien für mögliche Austragungsorte gegen die Verfassung verstoßen haben könnte.

Von den 14 deutschen Städten, die sich als Austragungsorte bewarben, wählte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zehn als mögliche Spielorte aus. Vorab verlangte die Europäische Fußball-Union (Uefa) von allen die Unterzeichnung einer Erklärung, von der sie nicht mehr zurücktreten können. Kritiker sprechen von verfassungswidrigen Verpflichtungserklärungen. Es geht unter anderem um Steuerbefreiungen und Demonstrationsrechte.

"Die Garantien, die die Uefa von der Bundesregierung bzw. den Bewerberländern und Städten fordert, gehen weit über das hinaus, was demokratisch vertretbar ist", sagte Özcan Mutlu, sportpolitischer Sprecher der Grünen im Deutschen Bundestag im Gespräch mit dieser Redaktion. Die Grünen haben dazu ein kleine Anfrage im Bundestag gestellt. "Der DFB selbst hält das ganze offenbar nicht für ein Problem, redet es lieber klein und setzt die Städte unter Druck, alle Forderungen kritiklos zu unterschreiben. Wir fordern absolute Transparenz und hoffen, dass der DFB die richtigen Lehren aus WM-Skandal 2006 gezogen hat!"

Die Entscheidung über die EM-Vergabe fällt im September 2018. Einziger Konkurrent ist die Türkei.

(gic/erer)