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EM-Gastgeber: München winkt grünes Licht für Europameisterschaft

EM-Gastgeber : München winkt grünes Licht für Europameisterschaft

Das Ringen um den deutschen EM-Standort München geht in die entscheidende Phase. Nach langer Unsicherheit sieht es mittlerweile gut für die Bayern aus.

Der Truck mit dem EM-Pokal wird wohl kaum an der Ausfahrt München vorbeifahren. Dass die Europäische Fußball-Union (Uefa) bei ihrer "Trophy-Tour" weiter mit dem Halt am nächsten Donnerstag in der bayerischen Landeshauptstadt plant, ist zwar nur ein weiteres Indiz - doch das grüne Licht für den deutschen Standort der EM-Endrunde (11. Juni bis 11. Juli) wird immer wahrscheinlicher.

Die Entscheidung über den Verbleib von München unter den EURO-Gastgebern könnte sogar schon vor der Sitzung des Uefa-Exekutivkomitees am Montag fallen. Nach SID-Informationen wurden die jüngsten Aussagen der bayerischen Landesregierung, wonach eine Teil-Zulassung von Zuschauern in der Arena trotz der Corona-Pandemie vorstellbar sei, wohlwollend von der Uefa zur Kenntnis genommen.

Analog zur positiven Entscheidung hinsichtlich des EM-Spielorts Rom von Mittwoch könnte die Uefa deshalb auch München schon im Vorfeld der Beratungen des Exekutivkomitees um den DFB-Vizepräsidenten Rainer Koch die frohe Botschaft übermitteln. Den drei Vorrundenpartien der deutschen Nationalmannschaft sowie einem geplanten Viertelfinale würde dann nichts mehr im Weg stehen.

Uefa-Präsident Aleksander Ceferin hatte ursprünglich zwar eine Zuschauer-Garantie von allen zwölf vorgesehenen EM-Spielorten verlangt. Doch um den Deutschen Fußball-Bund (DFB), der die nächste Endrunde im Jahr 2024 ausrichtet, an Bord zu behalten, könnten dem Europa-Verband auch die warmen Worte des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann hinsichtlich der Zuschauer-Frage reichen. Schließlich gab Koch bereits vielsagend zu Protokoll, dass die Uefa München "unbedingt dabeihaben" möchte.

Um den Kontinentalverband endgültig zur Zusage für München zu bewegen, arbeiten die DFB-Organisatoren nach SID-Informationen zudem an einem Schreiben mit einer Zuschauer-Absichtserklärung, die dann von einem Mitglied der bayrischen Landesregierung - vorzugsweise Ministerpräsident Markus Söder - unterschrieben werden soll.

Allerdings darf die Uefa nur auf eine zu 20 Prozent gefüllte Arena hoffen. Nach den jüngsten Beratungen des Münchner Sportausschusses gilt eine höhere Auslastung als unrealistisch. Da es der Uefa mit Blick auf die Einnahmeseite aber in erster Linie darum gehen dürfte, die teuren Logen an den zahlungskräftigen Fan zu bringen, dürften die Prozentpunkte bei der Auslastung nur eine untergeordnete Rolle spielen.

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Herrmann hatte am Mittwoch mit dem Gedanken gespielt, jeden siebten Platz in der Arena zu besetzen - was immerhin 10.000 Zuschauer bedeuteten würde. Entscheidend war aber vor allem die Aussage im kicker, wonach es "nicht mehr unvorstellbar" sei, "Zuschauer reinzulassen, die geimpft oder negativ getestet sind": "Das werden bis zum Juni Millionen sein, also muss ich über eine Rückkehr von Zuschauern nachdenken dürfen."

Sollte München als EM-Gastgeber bestätigt werden, dürften die Bayern sogar auf zusätzliche Partien hoffen. Schließlich sieht es für Bilbao und Dublin weiterhin nicht gut aus. Sollten nur zehn Städte die erste paneuropäische Endrunde ausrichten, die aus dem vergangenen in diesen Sommer verschoben worden war, müssten die für Dublin und Bilbao vorgesehenen Spiele auf die verbliebenen Gastgeber verteilt werden.

(old/sid)