2:1-Sieg gegen Frankreich Nicht zu stoppen – Spanien steht im Finale der EM

München · La Furia Roja bahnt sich ihren Weg weiter durch die Europameisterschaft – durch einen 2:1-Erfolg gegen Frankreich steht Spanien im Finale. Ein Spieler der Iberer wurde von dem Publikum in München gnadenlos ausgepfiffen.

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Foto: AP/Matthias Schrader

Vor den Toren den Münchener Allianz-Arena laufen die Geschäfte durchwachsen. Bei dieser Europameisterschaft sind bei den bisherigen Partien vorwiegend Karten auf den letzten Drücker gesucht worden. An diesem Abend werden sie zum Teil sogar noch weit unter dem Originalpreis angeboten.

Viele Schwarzhändler haben sich schlicht verzockt und auf ein Halbfinale mit deutscher Beteiligung gepokert. Es sollte anders kommen – und so stehen sich nun Spanien und Frankreich gegenüber. Etliche Plätze bleiben leer. Verdient hat es diese Partie gewiss nicht – am Ende setzt sich Spanien 2:1 durch und steht am Sonntag in Berlin im Endspiel. Der Gegner wird am Mittwoch in Dortmund zwischen England und den Niederlanden ermittelt.

Marc Cucurella bekam am deutlichsten zu spüren, dass viele Besucher im Stadion eigentlich ein anderes Team auf dem Rasen hätten sehen wollen. Bei jeder Ballberührung wurde er von der ersten bis zur letzten Minute gnadenlos ausgepfiffen. Beim bitteren Aus der DFB-Auswahl im Viertelfinale in Stuttgart war der 25-Jährige im Mittelpunkt der strittigsten Szene des Turniers. Niclas Füllkrug hatte in der 106. Minute beim Spielstand von 1:1 für Jamal Musiala abgelegt. Als Musiala im Anschluss aus rund 20 Metern abzog, bekam Cucurella den Ball an die abgespreizte Hand.

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Foto: dpa/Christian Charisius

Die Deutschen protestierten, wollten unbedingt einen Elfmeter. Doch der englische Unparteiische Anthony Taylor verweigerte den Pfiff. Mit etwas Abstand hat die Uefa ihm auch den Rücken gestärkt. Die Entscheidung sei korrekt gewesen, da sich „Cucurellas Hand zum Zeitpunkt, an dem sie den Ball berührt, nicht in einer unnatürlichen Position befand“. So stehe es demnach in den Schiedsrichter-Richtlinien, die vor dem Turnier herausgegeben wurden. Das Publikum in München hat das nicht überzeugt, der Linksverteidiger zeigte sich indes von den Unmutsbekundungen ziemlich unbeeindruckt.

Es war ein Auftritt zweier Mannschaften, den man sich erhofft, aber keineswegs erwarten konnte – vor allem von Frankreich. Les Bleus gurkten sich so durch die Runden, verglichen mit der individuellen Klasse der Akteure im Team von Didier Deschamps war es recht dürftig. Doch gegen La Furia Roja machten sie das Visier endlich hoch und ließen sich auf ein Fußballspiel ein. Für den Geschmack beider Trainer dürfte es besonders in den Anfangsminuten etwas zu wild gewesen sein. Wie zwei Boxer ohne Deckung gingen sie aufeinander los – für die Fans ein Spektakel.

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Foto: AFP/THANASSIS STAVRAKIS

Der Mut der Franzosen wurde prompt belohnt. Kolo Muani traf nach neun Minuten zur Führung. Doch statt aus dem Tor Ruhe zu ziehen, präsentierten sie sich fortan erstaunlich unorganisiert in der Defensive. Die Spanier schalteten allerdings auch zwei Gänge rauf. Lamine Yamal krönte sich zum jüngsten Torschützen der EM-Historie. Das Supertalent vom FC Barcelona erzielte den Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 – im Alter von 16 Jahren und 362 Tagen mit einem mehr als sehenswerten Distanztreffer.

Auf der anderen Seite wirkte der französische Superstar Kylian Mbappe wieder einmal extrem einfallslos, engagiert durchaus, aber einfach auf diesem Niveau nicht entschieden genug, um ein Unterschiedsspieler zu sein. Dieses Prädikat konnte sich erneut Dani Olmo anheften. Gegen Deutschland war ihm ein Tor gelungen, dazu auch noch die Vorlage zum 2:1. Diesmal war der Profi von RB Leipzig beim 2:1 selbst zur Stelle. Er war eigentlich nur die zweite Wahl bei der Euro hinter Pedri, doch nach dessen Ausfall für die letzten beiden Spiele ist Olmo nun gesetzt.

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Foto: AP/Bernadett Szabo

Die Franzosen versuchten sich in Offensivbemühungen, doch so eine richtig zündende Spielidee bekamen sie an diesem Abend nicht umgesetzt. Spanien hat sich mit einer sehr konzentrierten Leistung das Final-Ticket für Berlin verdient. Unterm Strich einfach eine souveräne Leistung. Weshalb auch die Pfiffe gegen Marc Cucurella im Finale der Europameisterschaft in Berlin vielleicht dann doch verstummen sollten.