EM 2024: Diese Stadien haben Chancen auf die EM

Bewerbungsfrist läuft ab : Diese Stadien haben Chancen auf die EM 2024

Aus 18 mach 10. Bis zu diesem Freitag um 12 Uhr mussten die Klubs und Städte ihr Interesse als Austragungsort für die Fußball-Europameisterschaften 2024 anmelden. In zehn Stadien soll gespielt werden.

18 Kandidaten gehen ins Rennen - wenn Deutschland das Turnier ausrichten darf. Wir stellen die 18 Bewerber vor und schätzen die Chancen ein.

Kurzfristig hinzu kamen am Donnerstag mit Dresden und Karlsruhe noch zwei Städte von Zweitligisten. Allerdings verfügt das Dresdner DDV-Stadion derzeit nicht über die geforderte Mindestkapazität von 30.000 Sitzplätzen. Nach Angaben von Sportbürgermeister Peter Lames will sich die Stadt "ganz bewusst und ausdrücklich mit den vorhandenen Kapazitäten" bewerben. Am Freitag bekundete dann noch Freiburg sein Interesse.

Im Wettbewerb um die zehn EM-Arenen stehen zunächst einmal die zwölf WM-Spielorte von 2006: die damalige Finalstadt Berlin, dazu Dortmund, Frankfurt, Gelsenkirchen, Hamburg, Hannover, Kaiserslautern, Köln, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart. Dazu kommen Dresden, Düsseldorf, Mönchengladbach, Bremen, Karlsruhe und Freiburg. Am 15. September will der Deutsche Fußball-Bund seine Spielorte präsentieren.

Deutschland gilt als Favorit für EM 2024

Deutschland gilt als Favorit für das Endrundenturnier in siebeneinhalb Jahren. Auch wenn die Türkei diese Woche seine Ambitionen offiziell angemeldet hat. Eine Gemeinschaftskandidatur von Schweden, Dänemark, Finnland und Norwegen ist am Donnerstag geplatzt. Der norwegische Fußballverband hat sich von der Idee verabschiedet und wird damit kein Konkurrent für Deutschland. "Wir haben nicht die Stadien dafür", sagte Verbandschef Terje Svendsen der norwegischen Nachrichtenagentur NTB.

Am 3. März läuft die Bewerbungsfrist beim Kontinentalverband Uefa ab, die Entscheidung fällt erst im September 2018. "Wir vertrauen darauf, dass wir unsere Freunde in der Uefa mit unserer Erfahrung in der Organisation von Turnieren, der hervorragenden Infrastruktur unserer Stadien und Städte und der politisch stabilen Lage in unserem Land überzeugen können", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel.

Als gesetzt gelten Berlin, München, Dortmund, Frankfurt und Hamburg. München ist der einzige deutsche Spielort bei der 13-Länder-EM 2020: Vier Partien sind in der Allianz Arena geplant. "Nach Fußball-Weltmeisterschaft und Champions-League-Finale ist Berlin ganz sicher der richtige Ort für eine Fußball-Europameisterschaft", sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller selbstbewusst.

Wirtschaftlicher Gewinn lockt

36 Jahre nach der EM-Endrunde 1988 lockt nicht nur der sportliche Reiz, sondern auch ein enormer wirtschaftlicher Gewinn. Nordrhein-Westfalen ist mit Dortmund, Düsseldorf, Gelsenkirchen, Köln und Mönchengladbach gleich fünfmal im Rennen. Bleibt es bei der DFB-Praxis der WM 1974, EM 1988 und WM 2006, drei NRW-Stadien zu nominieren, streiten sich Gelsenkirchen, Köln, Düsseldorf und Mönchengladbach um zwei Standorte.

In einem förderalistischen Dachverband wie dem DFB dürfen aber Konkurrenten auf etwas Länderproporz hoffen.

So rechnet sich auch Kaiserslautern Chancen aus. Beim für die WM 2006 ausgebauten Fritz-Walter-Stadion ächzen Stadt und Zweitligist FCK unter den Folgekosten, dennoch hofft man auf dem Betzenberg wieder auf den ganz großen Fußball. "Die Europameisterschaft wäre für uns, als kleine aber fußballbegeisterte Stadt, ein besonderes Highlight. Natürlich ist so ein Event auch wirtschaftlich interessant für die Region", sagte Erwin Saile, Geschäftsführer der Stadion GmbH.

Im Südwesten werden sich auch Karlsruhe mit dem umgebauten Wildparkstadion und Freiburg mit einem komplett neuen Stadion bewerben. "Wir haben das vor einiger Zeit angeregt. Die Stadt hat das jetzt nach einer Prüfung befürwortet", sagte Präsident Ingo Wellenreuther vom Karlsruher SC dem SWR. "Deswegen hoffen wir jetzt, dass ein tolles Schmuckstück hier als Stadion entsteht, und wir als Deutschland den Zuschlag bekommen, und dann Karlsruhe dabei sein kann." Der Zweitligist und die Stadt hatten sich Ende vergangenen Jahres auf den Neubau des Wildparks verständigt, der rund 113 Millionen Euro kosten wird. Bis 2020 soll die neue Arena fertig sein und Platz für 35 000 Zuschauer bieten.

Bremen, das 2006 leer ausgegangen war, will sich nach einem Senatsbeschluss ebenfalls bewerben. Vor allem der Streit um Rechnungen für Polizeieinsätze dürfte die Bewerbung schmälern. Bremen fordert von der Deutschen Fußball Liga die Übernahme von Kosten bei Bundesligaspielen, die DFL lehnt dies strikt ab. Zudem gilt die Verkehrslage rund um das Weserstadion als problematisch.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Diese Stadien in Deutschland erhalten Zuschlag für EM 2024

(areh/dpa)