1:1 im letzten Gruppenspiel DFB-Team rettet gegen Schweiz in letzter Sekunde Gruppensieg

Frankfurt · Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat auf dem Weg zum anvisierten Titel bei der Heim-Europameisterschaft in letzter Sekunde doch noch den Gruppensieg gerettet. Die Auswahl des DFB trennte sich von der Schweiz in Frankfurt 1:1. Niclas Füllkrug erlöste das Team mit seinem Treffer in der Nachspielzeit.

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Deutschland – Schweiz: das DFB-Team in der Einzelkritik

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Foto: AP/Frank Augstein

Es sollte die nächste Stufe bei der deutschen EM-Party gezündet werden. Doch lange sah es nicht danach aus. Die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) rettete in Frankfurt am Main schließlich beim letzten Gruppenspiel gegen die Schweiz nach langem Rückstand doch noch den 1:1-Ausgleich. Niclas Füllkrug traf per Kopf in der Nachspielzeit. Die Qualifikation fürs Achtelfinale war schon vor der Partie klar. Doch nun geht Deutschland als Gruppensieger in die K.o.-Runde.

In den vergangenen Tagen hat die Fußballnation tiefe Einblicke in die Bewirtschaftung von Rasensportplätzen bekommen. Im Frankfurter Waldstadion, so hatte Bundestrainer Julian Nagelsmann geklagt, sei der Untergrund nicht sonderlich tauglich für das letzte Gruppenspiel der deutschen Mannschaft bei der Europameisterschaft gegen die Schweiz. Die körperliche Unversehrtheit seiner Spieler sei gar in Gefahr.

Nach dem Auftritt der Footballer von Galaxy musste das Geläuf ausgetauscht werden. Er ist offensichtlich schlecht angewachsen, sehr rutschig und bricht in großen Stücken heraus. Bereits die Engländer hatten sich über die Bedingungen beschwert. Deutschland, Land der Greenkeeper in heller Aufruhr. In der praktischen Umsetzung schlugen sich die Spieler indes auf dem Rasen tapfer. Es sah zumindest sehr nach Fußball aus. Allerdings waren auch viele Ausrutscher dabei.

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Foto: dpa/Arne Dedert

Nagelsmann vertraute zum dritten Mal in Folge auf die identische Startelf – letztmals hatte das Rudi Völler bei der Weltmeisterschaft 2002 gemacht. Eine Fortsetzung dieser Serie wird es indes alleine deshalb nicht geben, weil Jonathan Tah sich seine zweite Verwarnung im Wettbewerb einhandelte und somit im Achtelfinale gesperrt ist.

Die deutsche Mannschaft stimmte sich beim Warmmachen mit dem neuen Teamsong „Erfolg ist kein Glück“ von Hip-Hopper Kontra K ein. Musikalisch sprang der Funke da noch nicht aufs Publikum über. Bereits nach nicht einmal zwei Minuten begeisterte Jamal Musiala mit einem Kabinettstücken auf engstem Raum. Es blieb aber ohne zählbaren Erfolg.

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Foto: dpa/Bodo Marks

Und auch in der 17. Spielminute folgte nach dem großen Jubel die große Ernüchterung. Robert Andrich hatte den Ball aus der Distanz an Yann Sommer vorbei ins Tor befördert. Doch der italienische Unparteiische Daniele Orsato schaute sich eine Szene davor nach Hinweis des Video-Schiedsrichters noch einmal genauer an. Da erkannte er ein Foulspiel von Musiala an Michel Aebischer und nahm den Treffer zurück.

Ein Weckruf für die Schweizer, die sich nun auch immer mal wieder zaghaft in der Hälfte der Gastgeber zeigten. Ein schneller Angriff über die linke Seite sollte schließlich für einen herben Stimmungsdämpfer beim deutschen Team und Publikum sorgen. Dan Ndoye war nach einer scharfen Hereingabe eine Fußspitze vor Tah am Ball und konnte Manuel Neuer überwinden – 1:0 für die Schweiz.

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Foto: AFP/THANASSIS STAVRAKIS

Murat Yakin schritt bereits vor dem Anpfiff über den Rasen am großen Schweizer Block vorbei und stimmte die Anhängerschaft auf die Partie ein. Die machten auch während der Partie mächtig Dampf und trieben ihre Mannschaft nach vorne. Es waren immer wieder kleine Nadelstiche, die die Schweizer setzten über ihre flinken Offensivkräfte. Antonio Rüdiger und Tah sahen in einigen Szenen schwer behäbig aus.

Im deutschen Angriffsspiel waren viele gefällige Aktionen, besonders wenn Musiala am Ball war, aber auch aus der zweiten Reihe dirigiert von Toni Kroos. Doch der entscheidende Schritt fehlte, es war schlicht nicht zwingend genug, um die gegen den Ball gut eingestellte Schweiz zu bezwingen. Nagelsmann reagierte auf den Dauerdruck und nahm Tah und Maximilian Mittelstädt aus der Partie. Besonders dem Leverkusener Innenverteidiger hätte ein Platzverweis bei einer weiteren Aktion blühen können.

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Foto: dpa/Arne Dedert

Nagelsmann stärkte dazu auch die Offensive und brachte Maximilian Beier für Andrich in die Partie. Das deutsche Team mühte sich nach Kräften, fand aber nicht die passende Lücke im gut organisierten Defensivverbund der Schweizer. Im zweiten Durchgang verpasste erst Musiala (50.) und Joshua Kimmich (70.) den 1:1-Ausgleich. Beide Chancen hatte Florian Wirtz mit tollen Anspielen eingeleitet.

Die Schweizer hatten sogar die Möglichkeit, frühzeitig den Deutschen den Stecker zu ziehen. Ruben Vargas schlenzte den Ball an Neuer vorbei ins Tor, der Augsburger stand aber zuvor im Abseits. Nagelsmann setzte alles auf eine Karte, erhöhte den Offensivdruck mit den Einwechslungen von Leroy Sané und Niclas Füllkrug noch einmal. Daraus ergaben sich auf der anderen Seite auch Möglichkeiten für Konter. Am Ende wurde der Mut belohnt – der mehr als verdiente Ausgleich durch einen Kopfballtreffer von Füllkrug in der Nachspielzeit.