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EM 2021: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban sagt Reise zum Spiel in München ab

Nach Debatte über Regenbogenfarben : Ungarns Ministerpräsident Orban sagt Reise zum EM-Spiel in München ab

Nach dem Streit um die Regenbogen-Beleuchtung des Stadions kommt Ungarns Ministerpräsident nicht zum EM-Spiel der DFB-Elf gegen Ungarn nach München. Viktor Orban appellierte jedoch an die deutsche Politik, das Uefa-Verbot zu akzeptieren.

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine Reise zum EM-Spiel zwischen Deutschland und Ungarn am Mittwoch (21.00 Uhr/ZDF und Magenta TV) abgesagt. Offizielle Informationen lagen dazu bis Dienstagabend nicht vor. Wie die dpa am Mittwoch erfuhr, plant Orban stattdessen eine Reise nach Brüssel. Vor dem abschließenden Gruppenspiel hatte es heftige Debatten über das Uefa-Verbot für eine Beleuchtung der Münchner EM-Arena in Regenbogenfarben gegeben.

Die Europäische Fußball-Union Uefa hatte einen Antrag von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) abgelehnt. Sie sei „aufgrund ihrer Statuten eine politisch und religiös neutrale Organisation. Angesichts des politischen Kontextes dieser speziellen Anfrage - eine Botschaft, die auf eine Entscheidung des ungarischen Parlaments abzielt - muss die Uefa diese Anfrage ablehnen“, teilte sie mit.

Hintergrund des geplanten Protestes ist ein Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität in Ungarn einschränkt und in der vergangenen Woche vom ungarischen Parlament gebilligt wurde. Das Gesetz gilt als besonderes Anliegen von Ministerpräsident Orban.

DFB: Unterstützung bei Verteilung von Regenbogen-Fahnen

Der ungarische Regierungschef appellierte an die deutsche Politik, das Uefa-Verbot für eine Beleuchtung des Münchner EM-Stadions in Regenbogenfarben zu akzeptieren. „Ob das Münchner Fußballstadion oder ein anderes europäisches Stadion in Regenbogenfarben leuchtet, ist keine staatliche Entscheidung“, sagte Orban am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Auch in Budapest gehören Orban zufolge „die Regenbogenfarben selbstverständlich zum Straßenbild“.

(dpa/old)