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EM 2021: Greenpeace-Aktivist landet mit Gleitschirm bei DFB-Auftakt im Stadion - zwei Verletzte

Aufreger vor DFB-Spiel : Zwei Verletzte nach missglückter Greenpeace-Protestaktion

Schockmoment vor dem EM-Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich. Vor dem Anpfiff der Partie landete ein Gleitschirmflieger auf dem Rasen in München. Bei der Landung sollen zwei Personen verletzt worden sein. Greenpeace bekannte sich wenig später zur Aktion - und entschuldigte sich.

Ein Motorgleitschirmflieger hat das Auftaktspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der EM gestört. Der Mann schwebte unmittelbar vor dem Anpfiff der Begegnung mit Weltmeister Frankreich (0:1) am Dienstagabend in die Arena. Dabei geriet er in eine Stahlseilkonstruktion am Stadiondach und kam ins Trudeln. Nur mit großer Mühe konnte er einen Absturz in die Zuschauerränge verhindern und landete unsanft auf dem Rasen. „Gibt es denn keine normalen Fußballspiele mehr?“, fragte ZDF-Kommentator Belá Retha anschließend während der Übertragung.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Hier noch einmal die Szene von kurz vor dem Anpfiff: Ein Greepeace-Aktivist landet per Fallschirm im Stadion. Er hat mit seinem Schirm die Kabel der Spydercam über dem Spielfeld berührt. Es scheint aber noch einmal gut gegangen zu sein. <a href="https://twitter.com/hashtag/EURO2020?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#EURO2020</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/FRAGER?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#FRAGER</a> <a href="https://t.co/re2ra2wMLI">pic.twitter.com/re2ra2wMLI</a></p>&mdash; Sportschau (@sportschau) <a href="https://twitter.com/sportschau/status/1404877970473431043?ref_src=twsrc%5Etfw">June 15, 2021</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Die Nationalspieler Antonio Rüdiger und Mats Hummels, die in unmittelbarer Nähe Aufstellung genommen hatten, eilten zunächst zu dem Mann, der dann von zwei Sicherheitsleuten aus dem Stadioninnenraum geführt wurde. Bei der Aktion sollen zwei Personen verletzt worden sein. „Wir haben nach dem jetzigen Stand zwei verletzte Männer, die zur weiteren medizinischen Versorgung ins Krankenhaus gebracht worden sind“, sagte ein Polizeisprecher am Dienstagabend. Über die Schwere der Verletzungen gab es zunächst keine Informationen.

+++++Alle Infos zur EM gibt es hier+++++

Die Hintergründe der Protestaktion blieben zunächst unklar. Auf seinem gelben Gleitschirm war ein Schriftzug der Umweltorganisation Greenpeace zu lesen, darauf standen die Worte „Kick Out Oil!“ und „Greenpeace“. Noch in der ersten Habzeit des EM-Spiels bekannte sich die Umweltorganisation, die sich seit ihrer Gründung vor 50 Jahren vorrangig für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz einsetzt, zu dem Vorfall. Offenbar galt die Protestaktion dem DFB- und Uefa-Sponsor VW. „Hey Volkswagen, Zeit, Öl rauszuschmeißen! Greenpeace-Aktivisten protestieren gegen den Sponsor beim #FRAGER-Match und fordern: Schluss mit dem Verkauf von klimaschädlichen Diesel- und Benzinautos“, twitterte der englischsprachige Greenpeace-Account.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="en" dir="ltr">+++ BREAKING +++ Hey <a href="https://twitter.com/volkswagen?ref_src=twsrc%5Etfw">@Volkswagen</a>, time to kick out oil! <a href="https://twitter.com/hashtag/Greenpeace?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#Greenpeace</a> activists protest against the games&#39; sponsor at the <a href="https://twitter.com/hashtag/FRAGER?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#FRAGER</a>-match and demand: stop selling climate-damaging diesel and petrol cars! <a href="https://twitter.com/hashtag/EURO2020?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#EURO2020</a> <a href="https://t.co/YpDxGVxzIM">pic.twitter.com/YpDxGVxzIM</a></p>&mdash; Greenpeace e.V. (@greenpeace_de) <a href="https://twitter.com/greenpeace_de/status/1404880452545097730?ref_src=twsrc%5Etfw">June 15, 2021</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Ein Sprecher der Organisation entschuldigte sich jedoch für die misslungene Aktion im Stadion. „Das tut uns wahnsinnig leid“, sagte der Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Auf dem Twitteraccount von Greenpeace hieß es: „Dieser Protest hatte nie die Absicht das Spiel zu stören oder Menschen zu verletzten.“ Greenpeace Aktionen seien immer friedlich und gewaltfrei. „Leider ist bei dieser Aktion nicht alles nach Plan gelaufen“.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Wir entschuldigen uns dafür, dass bei der heutigen <a href="https://twitter.com/hashtag/Greenpeace?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#Greenpeace</a> Aktion aufgrund einer technischen Störung erzwungenen Notlandung Menschen gefährdet wurden und dadurch offenbar eine Person verletzt wurde. Wir hoffen, dass es allen gut geht. <a href="https://twitter.com/hashtag/FRAGER?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#FRAGER</a></p>&mdash; Greenpeace e.V. (@greenpeace_de) <a href="https://twitter.com/greenpeace_de/status/1404902625783566340?ref_src=twsrc%5Etfw">June 15, 2021</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Eigentlich sei der Plan gewesen, dass der Pilot mit einem großen Latexball über das Stadion schwebt, erklärte der Sprecher. Der Ball hätte dann hinab sinken sollen - der Pilot sollte gar nicht landen. Technische Schwierigkeiten hätten ihn aber zur Notlandung auf dem Spielfeld gezwungen. Auch auf Twitter zeigte die Organisation Reue: „Wir entschuldigen uns dafür, dass bei der heutigen Greenpeace-Aktion aufgrund einer technischen Störung erzwungenen Notlandung Menschen gefährdet wurden und dadurch offenbar eine Person verletzt wurde. Wir hoffen, dass es allen gut geht.“

Volkswagen hingegen kritisierte die missglückte Greenpeace-Aktion. „Mit der heutigen Protestaktion hat Greenpeace Leib und Leben unbeteiligter Zuschauer und Fans eines Fußballspiels in Gefahr gebracht“, hieß es in einem Statement am Dienstagabend. Das sei nicht akzeptabel. Volkswagen sei offen für den kritischen und konstruktiven Dialog in Sachen Umwelt und Nachhaltigkeit und bekenne sich klar zum Pariser Klimaabkommen bis 2050.

Jens Grittner, Sprecher des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), sagte nach der Niederlage von Deutschland gegen Frankreich: „Wir verurteilen die Aktion, derjenige hat nicht nur sich und andere gefährdet und verletzt. Das ist aus unserer Sicht nicht hinnehmbar, der Vorgang wird von den Behörden und der Uefa geprüft. Das hätte weitaus schlimmer ausgehen können.“ Die Europäische Fußball-Union (Uefa ) bezeichnete das Vorhaben als "rücksichtslos“ und „gefährlich“.

(old)