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EM 2020: Deutschland schied vor genau 17 Jahren in der EM-Vorrunde raus

Am 23. Juni 2004 : Heute vor 17 Jahren flog Deutschland in der EM-Vorrunde raus

Deutschlands Spiel gegen Ungarn findet an einem besonderen Datum statt: Auf den Tag genau vor 17 Jahren stand den Deutschen bei der EM ebenfalls ein Schicksalsspiel bevor. Damals mit keinem guten Ausgang.

Als die DFB-Elf das letzte Mal an einem 23. Juni zu einem Entscheidungsspiel antrat, endete die Partie mit einem Debakel. Im letzten Gruppenspiel der Europameisterschaft 2004 verliert sie 1:2 gegen Tschechien. Der Anfang war vielversprechend: Michael Ballack schießt Deutschland in der 21. Minute mit einem Traumtor in Führung. Marek Heinz gleicht jedoch neun Minuten später für die Tschechen aus und Milan Baros trifft in der 70. Minute zum 2:1. Dann kommt der Schlusspfiff. Deutschland ist draußen, der Vize-Weltmeister von 2002 scheitert nur zwei Jahre später kläglich in der Vorrunde. Mit zwei Unentschieden (gegen Lettland und die Niederlande) und einer Niederlage gegen eine B-Elf Tschechiens, die schon vorher für die nächste Runde qualifiziert war.

Der Europameisterschaft in Portugal war schon eine schwache EM-Quali der DFB-Elf vorausgegangen. Sie stolperten durch die Qualifikation, spielten unter anderem nur 0:0 gegen die Isländer. Dieses Remis endete in einem Stück TV-Geschichte: Völler griff ARD-Moderator Waldemar Hartmann an, weil dieser aus Völlers Sicht zu negativ über die Leistung der deutschen Mannschaft berichte. Es fallen Sätze wie, Hartmann habe „drei Weizenbier getrunken“ und könne somit ganz „locker“ negativ über die deutsche Mannschaft berichten. Für Hartmann geht die Sache mehr als glimpflich aus, er wird lange Werbegesicht einer bekannten Münchener Brauerei.

Völler darf auch noch ein Jahr weiter als DFB-Teamchef arbeiten, nach dem EM-Debakel in Portugal ist Schluss. Danach kommt Jürgen Klinsmann zur Nationalelf. Zuvor sagte er in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ bezogen auf den DFB: „Im Prinzip müsste man den ganzen Laden auseinander nehmen“. Er macht es – und krempelt den deutschen Fußball um.

Die DFB-Elf spielt plötzlich offensiven Fußball, begeistert das ganze Land beim „Sommermärchen“. Förderprogramme, Nachwuchsleistungszentren werden aufgebaut. Das Debakel 2004 war der Schub, der den deutschen Fußball in die Moderne beförderte. Nach Klinsmann kommt Jogi Löw, führt Deutschland bei drei Turnieren in Folge ins Halbfinale, gewinnt 2014 den WM-Titel.

Am 23. Juni 2021 spielt die DFB-Elf gegen Ungarn. Wieder ist es ein Schicksalsspiel. Bei einer Niederlage droht das Vorrundenaus. Und wieder wäre es das Ende einer Ära. Wenn Deutschland heute ausscheidet, steht Jogi Löw zum letzten Mal an der Seitenlinie. Doch die Vorzeichen sind um einiges besser als 2004. Das einzige, was wirklich bedrohlich wirkt, ist das Datum.