Fußball-Stars und ihre Tattoos: Die Kunst am Mann

Fußball-Stars und ihre Tattoos : Die Kunst am Mann

Großflächige Tätowierungen gehören zum Erscheinungsbild vieler Fußballspieler bei dieser Europameisterschaft. Besonderen Spaß an den Gemälden auf Armen, Beinen und Händen haben insbesondere die Nationalspieler Dänemarks.

Daniel Aggers Tätowierungen sind reine Therapie. Vor drei Jahren hätte der Däne in Diensten des FC Liverpool beinahe seine Karriere als Fußballprofi beenden müssen. Er litt ständig unter starken Rückenschmerzen.

Abgesehen von üblichen Therapien zog er einen Tätowierer heran und beauftragte ihn, den Rücken mit Durchhalteparolen zu verschönern. "Mors certa, hora incerta", steht da zum Beispiel auf Latein: "Der Tod ist sicher, nur seine Stunde nicht." Oder: "Der Schmerz geht vorüber, der Sieg bleibt."

Meireles bei Aggers Tätowierer

Der Portugiese Raul Meireles, damals Aggers Kollege in Liverpool, zeigte sich sehr beeindruckt von den Gemälden auf dem Rücken des Dänen und wollte unbedingt die Adresse des Tätowierstudios haben. Die Folge: Meireles präsentiert sich jetzt auch hübsch angemalt, wie im Spiel gegen Deutschland zu sehen war.

Daniel Agger und Raul Meireles gehören mit ihren Bemalungen zu den auffälligsten Exemplaren dieser Europameisterschaft. Doch sie sind lange nicht die Einzigen mit großflächigen Tätowierungen. Vor allem die Dänen neigen dazu, sich verzieren zu lassen. Doch auch unter den deutschen Nationalspielern gibt es Tattoo-Freunde.

Stürmer Lukas Podolski, der schon den Namen seines Sohns Louis am Handgelenk trägt, ließ sich kürzlich das Kölner Stadtwappen auf die Innenseite des linken Oberarms pieksen – zu einem Zeitpunkt übrigens, als sein Wechsel zum FC Arsenal London bereits feststand.

Laut Umfragen trägt ungefähr jeder zehnte Deutsche eine Tätowierung. Laut Offenbacher Meinungsforschungsinstitut Marplan gehören die meisten Tätowierten zu den Besserverdienern (siehe: Podolski). Beliebt seien Tattoos auch bei Menschen mit geringem Einkommen, nicht aber bei den mittleren Einkommensschichten. Die beliebtesten Körperstellen sind die Arme, die Ohren und der Rücken.

Der Urvater aller großflächig tätowierten Fußballprofis fehlt bei dieser EM. Der von Kopf bis Fuß bemalte ehemalige Kapitän der Engländer, David Beckham, bekommt aber auch noch eine Gelegenheit, seine Zierde einem großen Publikum zu zeigen. "Becks" wird voraussichtlich zum britischen Team gehören, das bei den Olympischen Spielen im kommenden Monat antritt.

(RP/can)