U21-EM 2019: Finale zwischen Deutschland gegen Spanien in der ARD

Deutschland im Finale der U21-EM : „Wenn wir schon mal hier sind, macht Verlieren keinen Sinn"

Nur die Krönung fehlt noch: Die deutsche U21 trifft am Sonntag im Traumfinale der EM auf Spanien. Ein ähnlicher Coup wie vor zwei Jahren scheint möglich.

Vor dem großen EM-Finale versammelte Stefan Kuntz seine Mannschaft noch einmal am Hotelpool und schwor sie auf das letzte Ziel des langen Weges ein. "Jetzt haben wir so viel gelernt aus dem Turnier. Und was liegt nur noch auf der Angebotsplatte?", sagte der DFB-Trainer, während um ihn herum die Spieler der deutschen U21 schwiegen und lauschten. "Da liegt nur noch eines drauf", sagte Kuntz: "Wie gewinnt man Titel?"

Genau diese Frage muss das Team am Sonntag im Finale gegen Spanien (20.45 Uhr/ARD) selbst beantworten. Immerhin vier Spieler kennen die Lösung bereits: Mahmoud Dahoud, Nadiem Amiri, Levin Öztunali und Waldemar Anton waren auf den Tag genau zwei Jahre zuvor schon dabei, als das DFB-Team die Iberer im Endspiel mit 1:0 bezwang. "Ich hoffe, dass sich die Geschichte wiederholt", sagt Amiri.

Kuntz stapelte am Vorabend der Begegnung allerdings tief. "Ich sehe Spanien ein bisschen mehr in der Favoritenrolle", sagte der 56-Jährige vor dem Abschlusstraining. Die spanische Mannschaft sei "sehr spielstark", habe "sehr gute Einzelspieler" und eine gute Passqualität und Technik". Am Ende gelte aber der alte Spruch seines Vorgängers Horst Hrubesch: "Wenn wir schon mal hier sind, macht Verlieren keinen Sinn."

Unterstützt wird das Team von einer prominenten Delegation: Bundestrainer Joachim Löw und DFB-Direktor Oliver Bierhoff sitzen auf der Tribüne, ebenso die DFB-Vizepräsidenten Reinhard Rauball und Rainer Koch. Vor allem Löw wird genau hinschauen, wer sich für künftige Einsätze in der A-Nationalmannschaft empfiehlt. Viele Spieler, das zeigt die Erfahrung, werden allerdings zum letzten Mal das DFB-Trikot tragen.

Den Sprung zu Löw bereits geschafft hat Jonathan Tah. Der Abwehrchef von Bayer Leverkusen führt das Team in Udine als Kapitän auf das Feld - und hat noch eine Rechnung offen. "Ich habe das Finale beim letzten Mal verpasst. Daher freue ich mich umso mehr, dass ich das jetzt miterleben darf", sagt Tah. Vor zwei Jahren hatte er sich wenige Tage vor Turnierbeginn verletzt und fiel lange aus, nun würde er den Pokal in Empfang nehmen.

Bei den Buchmachern sind die Spanier leichter Favorit, doch das war 2017 ähnlich. Damals gelang dem DFB-Team eine taktische Meisterleistung, auch diesmal tüfteln Kuntz und Co. wieder an der richtigen Taktik. Ins Team zurückkehren wird der im Halbfinale gesperrte Linksverteidiger Benjamin Henrichs, offen ist noch die Besetzung des Linksaußen. Sowohl Amiri als auch Marco Richter zeigten bislang eine starke EM.

"Ob ich den Platz verloren habe, weiß ich nicht. Im Finale sind die Karten wieder neu gemischt", sagt Richter. Im Notfall werde er die Mannschaft eben von der Bank anfeuern: "Dass wir als so tolles Team im Finale stehen, ist überragend. Jetzt wollen wir auch den Titel holen. Wir werden alles volle Kanone raushauen."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Der deutsche Kader für die U21-EM 2019

(sef/sid)
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