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Fußball-EM 2021 Deutschland - Frankreich: Noten für das DFB-Team

Noten für das DFB-Team : Gosens überzeugt in Abwehr und Offensive – Hummels mit Schwächen

Fehlende Leidenschaft und Kampfbereitschaft konnte man dem DFB-Team nun wirklich nicht bei seinem EM-Auftakt unterstellen. Dennoch verlor es gegen Frankreich. Das lag diesmal vor allem am Mittelfeld.

Viel wurde vor dieser Europameisterschaft und dem Spiel gegen Weltmeister Frankreich darüber geredet, dass alle deutschen Spieler mit verteidigen müssen, um den Topsturm der Franzosen in den Griff zu bekommen. Die Ratschläge hatte sich die Löw-Truppe zu Herzen genommen. Vor allem das Mittelfeld um Toni Kroos und Ilkay Gündogan orientierte sich viel nach hinten, versuchte die Franzosen früh zu stoppen und die Räume hinten dicht zu machen. Das gelang auch zumeist.

Wenngleich das Eigentor zum 1:0 für Frankreich durch Mats Hummels fiel, weil Benzema zu frei stand und sich für Frankreich viel Raum vor dem deutschen Tor auftat.

Dennoch entlasteten Kroos, Gündogan und auch Thomas Müller die Außenverteidiger, so dass sich Benzema, Antoine Griezman, Paul Pogba und Kylian Mbappé nur selten gefährlich duchsetzen konnten.

Mats Hummels zeigte einige Schwächen in Zweikampf und Raumaufteilung. Das führte unteranderem dazu, dass der Weltmeister doch einige Male gefährlich wurde. Zwei Tore wurden wegen Abseitsstellung zum Glück der Deutschen abgepfiffen. Dennoch zeichnete sich das DFB-Team durch eine gute Abwehrleistung aus. Vor allem der Emmericher Robin Gosens überzeugte bei seinem ersten EM-Einsatz. Der Spieler von Atalanta Bergamo ließ über seine Seite wenig zu, schaltete sich zudem immer wieder schnell und kreativ in die deutsche Vorwärtsbewegung ein, was die anderen Spieler im Mittelfeld zu selten taten. Serge Gnabry hätte aus Gosens Vorlagen mehr Profit schlagen müssen. Der EM-Neuling war der beste Mann auf dem Platz im DFB-Trikot.

Auch Borussia Mönchengladbachs Matthias Ginter konnte sich gegen Mbappé oftmals behaupten. Bis zu seiner Auswechslung rettete er einige Male stark im Strafraum und leitete die Bälle schnell ins Mittelfeld weiter.

Ausgerechnet dort stockte es heute beim DFB-Team aber auf dem Weg nach vorne. Die sonst für den Sturm so wichtige Kreativabteilung um Kroos und Gündogan blieb gegen Frankreich hinter ihrem Können zurück. Zu wenige überraschende Bälle in die Spitze, zu wenige Pässe in die Schnittstellen. Eigentlich gehören Kroos und Gündogan zu den besten Mittelfeldstrategen der Welt. Vor allem Kroos ist der verlängerte Arm von Bundestrainer Joachim Löw. Diesmal blieben beide blass. Was auch für Joshua Kimmich galt, der zwar voller Kampfgeist agierte, den aber zu sehr in Duelle mit Bayernkollege Hernandez investierte und sich dabei aufrieb. Seine Qualitäten in der Spielorganisation gingen dabei verloren.

Die Konzentration auf die Verteidigung ging deutlich zu Lasten der Offensive. Zu wenig Verbindung zwischen Mittelfeld und Sturm führte dazu, dass Gnabry, Havertz und Sané kaum Chancen bekamen, die französische Abwehr auszuspielen, die diesmal auch noch extrem gut stand.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Achtelfinale Deutschland - England: die DFB-Elf in der Einzelkritik