Bei der Heim-EM Diesen besonderen Wert hat Havertz für das deutsche Team

München/Herzogenaurach · Ein Spiel ist bei der EM erst gespielt – doch der Boulevard hat bereits ein Traumduo gekürt. „Wusiala“ – Jamal Musiala und Florian Wirtz. Zweifelsohne zwei großartige Kicker. Doch man kann die Bedeutung von Kai Havertz davor nicht hoch genug einschätzen.

 Machte im Schatten von „Wusiala“ ein sehr gutes Spiel: Kai Havertz. (Archivbild)

Machte im Schatten von „Wusiala“ ein sehr gutes Spiel: Kai Havertz. (Archivbild)

Foto: dpa/Sven Hoppe

Kai Havertz fühlte sich schon wie der Bundeskanzler, als er am späten Freitagabend im Bauch der Münchener Arena in die Medienrunde kam. Die Uefa hat die Mixed-Zone umgestaltet und ein Rednerpult auf einem Podest mit Mikrofon an den Standorten der Europameisterschaft aufgebaut. Die „Regierungserklärung“ von Havertz hielt sich in Grenzen. Was sollte er auch sagen nach dem ersten Spiel des Turniers.

„Es war überragend. Wir haben alle diese Energie im Stadion gespürt und von der ersten Minute an Gas gegeben“, ließ also Havertz die Öffentlichkeit wissen. „Es sind gleich Tore gefallen, was immer guttut. Wir haben uns in der ersten Halbzeit in einen Rausch gespielt und sind froh, dass wir so gut in das Turnier gestartet sind. Die Schotten haben ein wirklich tolles Team, aber gegen Ungarn müssen wir uns dann doch noch einmal auf eine andere Hausnummer einstellen.“

Brillanter Vorlagengeber

Er spielt auch dann in den Planungen von Bundestrainer Julian Nagelsmann eine zentrale Rolle. Havertz ist ein mitspielender Mittelstürmer. Er ist, wie es im Fußballsprech heutzutage heißt, extrem polyvalent. Wenn es die Situation hergibt, zieht er auf die Außen. Er kann sich fallen lassen und dann auch Spielmacher sein. Seine große Stärke ist der Blick für enge Räume, da cool zu bleiben und noch einmal einen Pass, statt einen Abschluss selbst zu suchen, ist eine wertvolle Qualität.

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Gegen die Bravehearts hat er genau das eingebracht. Jeder normale Stürmer hätte, wie vor dem 2:0 von Jamal Musiala, den Weg selbst zum Tor gesucht – und wäre wahrscheinlich stecken geblieben. Doch Havertz hatte den vier Jahre jüngeren Profi des FC Bayern gesehen und bedient. So kann, so soll es weitergehen, auch wenn jedem bewusst ist, dass die Räume nicht größer werden.

„History maker“ Havertz

„Ich glaube, dass bei uns etwas sehr, sehr Großes wachsen kann. Es war ein guter erster Schritt. Jetzt warten noch zwei schwere Spiele in der Gruppenphase. Als Offensivspieler wird man immer auch an Toren gemessen“, sagt Havertz. „Ich glaube, dass ich ein sehr torgefährlicher Spieler bin und das auch in dem Turnier zeigen kann. Morgen und übermorgen geht es dann um perfekte Regeneration, nicht so sehr um das Training."

In dieser Saison hat Havertz bereits in der Premier League Geschichte geschrieben. Beim 6:0 des FC Arsenal gegen Sheffield United. Havertz der seit Sommer bei Arsenal spielt (für rund 75 Millionen Euro vom FC Chelsea gekommen) traf in der 25. Minute). Mit dem Tor hat er einen Meilenstein gesetzt. Das war laut Datenanbieter Opta das insgesamt 150.000. Tor in Englands Topliga. Als „History maker“, als jemand, der Geschichte schreibt, hat ihn daraufhin der Sender Sky Sports bezeichnet. Geschichte schreiben will er auch in diesen Tagen mit Deutschland. Bei der Heim-EM.