DFB-Stürmer mit sympathischem Auftritt Warum Niclas Füllkrug in der Mixed Zone plötzlich sein Handy rausholte

Stuttgart · Für die einen war es eine strittige Szene, für Niclas Füllkrug eine ganz klare Angelegenheit. Nach der Frage eines Reporters zur Entstehung des deutschen Führungstreffers gegen Ungarn nutzte der Angreifer sogar technische Hilfsmittel, um seine Argumentation zu untermauern. Die ganze Geschichte.

​EM: Deutschland – Ungarn: das DFB-Team in der Einzelkritik​
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Deutschland – Ungarn: das DFB-Team in der Einzelkritik

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Foto: AP/Darko Vojinovic

Niclas Füllkrug hat bei dieser Europameisterschaft schon einige Ausrufezeichen gesetzt. Im Eröffnungsspiel der Heim-EM hatte er den Ball zum zwischenzeitlichen 4:0 gegen Schottland ins Tor geknallt. Am Ende stand es 5:1 für die Gastgeber und der Angreifer schnappte sich nach dem Schlusspfiff seine Tochter, nahm sie auf seine Schulter und ging mit ihr über den Rasen der Münchener Arena.

Bereits beim Warmmachen hatte Füllkrug Kontakt zu den Zuschauerrängen. Doch dieser „Austausch“ hatte einen sehr schmerzlichen Ausgang für einen Fan. Ein Schuss des Dortmunder Angreifers war in die Ränge geflogen, traf einen jungen Mann unglücklich am Handgelenk. Der musste daraufhin ins Krankenhaus. Diagnose: Hand gebrochen. Der Unglücksrabe nahm es sportlich, freute sich über eine Reaktion des DFB. Wie der Verband bestätigte, soll der Fan ein Entschuldigungspaket mit einem Trikot und einer Grußbotschaft von Füllkrug bekommen, dem das Versehen leid tue.

„Ich hatte nicht damit gerechnet, dass er sich gleich die Hand bricht“

„Ich habe die Szene aus dem Augenwinkel gesehen. Tut mir natürlich unfassbar leid. Wir haben uns bei ihm auch sofort entschuldigt“, sagt er. „Es ist total unverständlich, warum die Uefa die Fangnetze, die in der Bundesliga üblich sind, da abgebaut hat. Da muss man dann einfach die ganze Zeit darauf achten, wo der Ball ist, weil es sonst an einigen Stellen einfach brenzlig werden kann. Er hatte glaube ich auch noch versucht den Ball zu fangen – da hatte ich nicht mit gerechnet, dass er sich gleich die Hand bricht.“

EM 2024 in Deutschland: Die besten Bilder vom DFB-Spiel gegen Ungarn
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Die besten Bilder vom DFB-Spiel gegen Ungarn

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Foto: AFP/TOBIAS SCHWARZ

In der zweiten Partie gegen Ungarn wurde „Fülle“ beim 2:0 nun erneut eingewechselt. Anders noch als gegen Schottlanf konnte er der Partie dieses Mal nicht seinen Stempel aufdrücken, dafür lieferte er nach der Begegnung das bisher wohl sympathischste Interview dieser EM ab. Im Bauch der Stuttgarter Arena stand er in der sogenannten Mixed Zone, dem Ort, wo Medienvertreter Fragen an die Spieler stellen können. Dort sollte er auf Nachfrage eines ungarischen Reporters seine Einschätzung dazu abgegeben, ob dem Führungstreffer durch Jamal Musiala (22.) ein Foul von Ilkay Gündogan vorausgegangen war. Der 31-Jährige zückte sein Handy und zeigte ein Foto in die Runde, auf dem er offensichtlich von einem ungarischen Gegenspieler beim Kopfball geschubst wird. Kein Foul, war Füllkrugs Meinung, sondern normaler Körperkontakt – genau wie bei der Kollision von Gündogan mit Ungarns Willi Orban vor dem Tor von Musiala. Ende der Diskussion.

EM 2024: Pressestimmen zu Deutschland gegen Ungarn
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Pressestimmen zu Deutschland gegen Ungarn

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Foto: dpa/Tom Weller

„He put his Körper, äh, Body, in the duel“

Noch viel sympathischer war allerdings, wie die Offensivkraft sich in einem Mix aus Englisch und Deutsch verständigte. „Es war ein reguläres Tor, keine Diskussion. Ich glaube, Ilkay ist nicht der kräftigste Spieler, er ist nicht der größte Spieler“, so Füllkrug in seinem Plädoyer. Auf Englisch ging es dann so weiter: „He put his Körper, äh, Body, in the duel.“ Ein paar Schmunzler hatte er damit sicher, ein sehr authentischer Auftritt des gebürtigen Niedersachsen. Nachfragen gab es zu diesem Thema bei den Medienvertretern danach nicht mehr. Auch eine Art, ein Thema abzumoderieren.

EM 2024, Deutschland - Ungarn: Fanmarsch der zum Stadion in Stuttgart​
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Fanmarsch der DFB-Anhänger zum Stadion in Stuttgart

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Foto: RP/Sebastian Kalenberg

„Es war eine ordentliche Partie von uns“, sagte der BVB-Stürmer zum zweiten Sieg im zweiten zweiten Gruppenspiel. „Wir hatten immer wieder unsere Szenen in der Offensive. Man darf auch nicht vergessen, es war ein Gegner, der uns in den vergangenen Jahren immer mal wieder Probleme bereitet hat. Ich glaube, zu anderen Zeitpunkten hätten wir das Spiel auch nicht 2:0 gewonnen. Es hat richtig Spaß gemacht.“