Zweiter Sieg im zweiten EM-Spiel Deutschland schlägt Ungarn und bucht Achtelfinal-Ticket

Stuttgart · Das DFB-Team gewinnt dank einer erneut überzeugenden Leistung auch sein zweites Gruppenspiel bei der Heim-EM. Mit dem 2:0-Erfolg über Ungarn sichert sich die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann zudem schon das sichere Weiterkommen in die K.o.-Phase.

EM 2024 in Deutschland: Die besten Bilder vom DFB-Spiel gegen Ungarn
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Die besten Bilder vom DFB-Spiel gegen Ungarn

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Foto: AFP/TOBIAS SCHWARZ

Nach dem spielerisch starken EM-Eröffnungsspiel gegen Schottland hatte sich Julian Nagelsmann für den weiteren Turnierverlauf etwas mehr Euphorie der deutschen Fans im Stadion gewünscht. „Besser geht immer – das ist wie bei uns im Spiel auch“, sagte der Bundestrainer vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Ungarn. „Die Mannschaft muss sich an das Turnier rantasten – wie die Fanszene auch. Jetzt versuchen wir, den zweiten Schritt zu gehen, auch bei der Atmosphäre“.

​EM: Deutschland – Ungarn: das DFB-Team in der Einzelkritik​
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Deutschland – Ungarn: das DFB-Team in der Einzelkritik

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Diesen zweiten Schritt bei der Heim-EM, Mannschaft und Fans sind ihn am Mittwochabend in Stuttgart gemeinsam gegangen. Mit einer erneut überzeugenden Leistung gewann Deutschland gegen Ungarn dank der Treffer von Jamal Musiala (22.) und Ilkay Gündogan (67.) mit 2:0 und steht damit bereits sicher im Achtelfinale. Aufgrund des Remis zwischen Kroatien und Albanien am Nachmittag ist dem DFB-Team das Weiterkommen als einer der vier besten Gruppendritten mit sechs Punkten nicht mehr zu nehmen.

Das Spiel hingegen startete mit einer Schrecksekunde: Vom Anstoß weg spielte Ilkay Gündogan einen Fehlpass, der dem DFB-Team direkt in Bedrängnis brachte. Begünstigt durch einen Abstimmungsfehler zwischen Antonio Rüdiger und Joshua Kimmich kam Roland Sallai, Flügelstümer des SC Freiburg, im deutschen Strafraum an den Ball. In höchster Not bereinigte Manuel Neuer in seinem 17. EM-Einsatz die brenzliche Situation.

Das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann ließ sich von dieser Aktion nicht verunsichern und übernahm mit zwischenzeitlich knapp 80 Prozent Ballbesitz das Kommando. Die Ungarn zogen sich in ihrer Fünferkette zurück und warteten auf Ballgewinne und schnelle Umschaltmomente über Sallai und den Ex-Leipziger Dominik Szoboszlai.

Wie schon bei der 1:3-Auftaktniederlage gegen die Schweiz offenbarte das Team von Coach Marco Rossi aber immer wieder Lücken zwischen den Ketten – und auch bei langen Bällen hinter die Abwehr. Kai Havertz scheiterte nach solch einem feinen Anspiel von Rüdiger noch an Peter Gulacsi im ungarischen Kasten (11.), und auch die Volleyabnahme von Robert Andrich nach der anschließenden Ecke wurde geblockt (12.), in der 22. Minute fiel dann aber der verdiente – wenn auch in der Entstehung kuriose – Führungstreffer für Deutschland.

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Jonathan Tah eroberte den Ball durch ein konsequentes Herausrücken aus der Abwehr und spielte den Ball auf den rechten Flügel zu Florian Wirtz. Über den Leverkusener und Jamal Musiala kam die Kugel in den Strafraum. Dort rempelte Gündogan gegen Ungarns Innenverteidiger Willi Orban, der daraufhin zu Boden ging. Deutschlands Kapitän schnappte sich den freien Ball, setzte wiederum Musiala in der Mitte in Szene – und der Münchener traf über das Knie von Attila Fiola und die Latte ins Tor. Das 1:0 für Deutschland blieb auch nach dem Check des VAR bestehen.

Kurz darauf kamen die Ungarn zu ihrer bis dato besten Gelegenheit. Freistoßspezialist Szoboszlai zirkelte einen ruhenden Ball aus halblinker Position über die Mauer, doch erneut reagierte Neuer glänzend (26.). Es entwickelte sich eine temporeiche und ansehnliche Partie, in der sich das DFB-Team immer wieder in gefährliche Abschlusssituationen kombinierte. Wie in der 44. Minute – der wuchtige Schuss Musialas aus 17 Metern ging allerdings ans Außennetz.

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Foto: dpa/Federico Gambarini

Die Ungarn, die dem EM-Gastgeber mehr abverlangten als es Schottland am vergangenen Freitag tat, blieben vor allem über Konter und Standards von ihrem Unterschiedsspieler vom FC Liverpool gefährlich und kamen dann kurz vor dem Halbzeitpfiff zum vermeintlichen Ausgleichstreffer. Szoboszlai trat erneut einen Freistoß aus halblinker Position, diesmal mit viel Schnitt vor den deutschen Kasten. Die Neuer-Parade nutzte der einlaufende Sallai als Abstauber, stand dabei aber im Abseits.

Im zweiten Durchgang blieb Deutschland das spielbestimmende Team, hatte aber Glück, dass Barnabas Varga in der 60. Minute völlig freistehend vor Neuer knapp neben den Kasten köpfte. Die Entscheidung fiel dann sieben Minuten später. Nach einer Verlagerung über Kroos und Musiala kam der Ball links auf Mittelstädt. Deutschlands Außenverteidiger bediente mit einer flachen Hereingabe Gündogan, der den Ball zum 2:0 über die Linie schob (67.).

Julian Nagelsmann gönnte mit seinen Auswechslungen in der Schlussphase den beiden Stuttgartern Chris Führich und Deniz Undav ihre ersten EM-Einsätze vor heimischem Publikum. Beide wurde von den Rängen frenetisch bejubelt. Auch Emre Can sammelte beim souveränen 2:0 über die Ungarn weitere 20 Turnierminuten.