Kandidatensuche läuft: DFB: Wer wird neuer Sportdirektor?

Kandidatensuche läuft : DFB: Wer wird neuer Sportdirektor?

Bei der Suche nach einem Nachfolger für Sportdirektor Matthias Sammer, der überraschend mit sofortiger Wirkung zum FC Bayern München wechselt, will sich der DFB keinen Zeitdruck auferlegen.

"Die Jugend- und Talentförderung ist und bleibt in Kombination mit der Trainerausbildung eine zentrale Aufgabe des DFB. Wir werden uns jetzt in Ruhe nach einem Nachfolger umschauen, der diese wichtige Position ausfüllen kann", sagte Generalsekretär Helmut Sandrock in einer Mitteilung des Verbandes.

"Es kann schnell gehen, kann ein paar Wochen dauern, ein paar Monate. Es ist nicht die absolute Not", erklärte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. "Jeder, der kommt, weiß, dass die Messlatte durch Matthias Sammer sehr hoch gelegt worden ist." Wer dessen Arbeit beim DFB übernehmen könnte, ist noch unklar. Kandidaten könnten aus der Jugendarbeit des Verbandes kommen.

Dort sind unter anderen die früheren Nationalspieler Steffen Freund (42) und Christian Ziege (40) aktiv. Freund ist Assistenztrainer der U20-Junioren, Ziege trainiert die U18. Beide wurden vor 16 Jahren als Spieler gemeinsam mit Matthias Sammer und dem Manager der Nationalmannschaft, Oliver Bierhoff, Europameister. Ziege arbeitete als Interimscoach, Co-Trainer und Sportdirektor für Borussia Mönchengladbach. Frank Wormuth (50) betreut beim DFB die U20-Auswahl.

"Noch alles zu frisch"

"Über Namen wurde noch nicht gesprochen. Dafür ist alles noch zu frisch. Man muss ja auch nicht krampfhaft und eilig suchen. Alle U-Mannschaften haben ihre Trainer, da ist alles geregelt", sagte der für den Jugendfußball zuständige DFB-Vizepräsident Hans-Dieter Drewitz dem Sport-Informations-Dienst (SID): "Man sollte nichts ausschließen. Wir brauchen jemanden, der die Voraussetzungen erfüllt."

Das Profil des Sammer-Nachfolgers ist für Drewitz bereits klar. "Wir hatten in Matthias Sammer einen sehr guten Mann, er hinterlässt große Fußstapfen. Am besten wäre es, die Kopiermaschine anzuwerfen und eine Kopie zu ziehen. Der Neue muss durch seine Peron überzeugen. Er braucht Kompetenz nach innen und nach außen. Er muss führen und nicht nur moderieren", erklärte der Funktionär, für den eine interne Verbandslösung nicht zwingend ist: "Danach sollte man nicht schauen. Es geht nur um die Kompetenz."

Auch Kahn und Effenberg im Gespräch

Als mögliche externe Nachfolger von Sammer werden bereits Oliver Kahn und Stefan Effenberg gehandelt. "Ich kann dazu nichts sagen. Mich hat noch niemand angesprochen. Ich gehe voll in meiner Arbeit auf", sagte Wormuth dem SID: "In Matthias Sammer fehlt mir jetzt der direkte Ansprechpartner, aber die Ausbildung läuft weiter wie bisher. In die tägliche Arbeit war Matthias Sammer ohnehin nicht so involviert, da hat er mir freie Hand gelassen."

Einen Sportdirektor gibt es beim DFB erst seit dem Frühjahr 2006. Matthias Sammer trat das Amt gegen den Widerstand des damaligen Bundestrainers Jürgen Klinsmann an. Klinsmann und Teammanager Oliver Bierhoff hatten den früheren Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters favorisiert. Bundesligist TSG 1899 Hoffenheim holte den heute 52-jährigen Peters als Direktor für Sport und Nachwuchs.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Wolfgang Niersbach

(RP/can/sid)