Kommentar zur Nationalmannschaft: DFB muss kleine Brötchen backen

Kommentar zur Nationalmannschaft : DFB muss kleine Brötchen backen

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat das zweite von drei Spielen nach der Weltmeisterschaft verloren. Das ist eine bemerkenswerte Leistung. Ebenso bemerkenswert sind die Erklärungsversuche.

Die 2:4-Schlappe im Testspiel gegen Argentinien wurde als Ergebnis ausgiebiger WM-Nachfeiern abgetan. Die 0:2-Niederlage in Polen als sportlicher Unfall, den ein überlegenes Team durch Großzügigkeit im Umgang mit Torchancen und einem Patzer in der Defensive erlitt.

So kann man sich das schönreden. Tatsächlich bewies bereits der Auftritt gegen Argentinien, wie viel Substanz die DFB-Auswahl nach den Sommer-Rücktritten und durch Verletzungen verloren hat. In Polen vergab der Favorit den Sieg, weil er sich unprofessionelle Mängel im Abschluss leistete und weil er nach wie vor auf einigen Positionen nicht erstklassig besetzt ist. Weder der rechte (diesmal Antonio Rüdiger) noch der linke Außenverteidiger (Erik Durm) genügt auch nur in Ansätzen weltmeisterlichen Ansprüchen. Und im Angriff ist die Lücke, die der langjährige Alterspräsident Miroslav Klose hinterlassen hat, nicht geschlossen.

Das war zu erwarten, weil Joachim Löw nicht in ein paar Wochen geeignete Nachfolger von Lahm und Klose herantrainieren kann. Und es lässt den Schluss zu, dass der Weltmeister zumindest in der Qualifikation für die Europameisterschaft deutlich kleinere Brötchen backen muss.

Dass er den Sprung ins Teilnehmerfeld des Endturniers in Frankreich verpassen könnte, ist trotzdem so wahrscheinlich wie die deutsche Meisterschaft für den SC Paderborn. Selbst die Gruppendritten haben schließlich noch eine Chance, in Play-off-Spielen das Ticket zu lösen. Das Quartier kann der DFB also buchen — trotz des 0:2 in Polen.

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