Daniel Nivel leidet noch immer unter Hooligan-Attacke

Hooligan-Opfer von 1998: Nivel leidet noch immer unter Hooligan-Attacke

An den schlimmsten Tag seines Lebens kann sich Daniel Nivel nicht erinnern. Während der WM 1998 in Frankreich war der Gendarm von deutschen Hooligans zusammengetreten und lebensgefährlich verletzt worden. Sechs Wochen lag er nach der Attacke im Koma. Als er wieder aufwachte, konnte er nicht mehr riechen, schmecken, sprechen.

Seitdem ist der mittlerweile 61-Jährige auf einem Auge blind, seine rechte Seite bis heute gelähmt. Das Sprechen fällt dem Vater zweier Kinder noch immer schwer. Man habe ihrem Mann das Wichtigste im Leben für immer genommen, sagte seine Frau Laurette: die Fähigkeit zu kommunizieren. Am 21. Juni 1998 sei das Leben der Familie für immer zerstört worden, sagte sie einmal. Daran können auch die regelmäßigen Einladungen des DFB, wie zuletzt zum EM-Auftaktspiel der deutschen Mannschaft in Lille, wenig ändern.

Obwohl schon kurz nach der Hooligan-Attacke abzusehen und klar war, dass Nivel nie wieder wird arbeiten können, beförderte ihn die Gendarmerie zum Adjutant. Es war ein Zeichen. Nicht mehr, nicht weniger. Auch der DFB setzte ein solches, gründete 2000 die Daniel-Nivel-Stiftung mit dem Ziel, fußballorientierte Gewalt zu ergründen, durch präventive Maßnahmen zu verhindern und den Opfern von Gewaltanwendung Hilfe zu leisten. Das Stiftungskapital beträgt heute etwa 1,45 Millionen Euro.

(sb)