EM-Qualifikation Rangnick und Österreich wollen Matchball gegen Belgien nutzen

Berlin/Wien · Ein Sieg gegen Belgien und Ralf Rangnick und Österreich hätten das EM-Ticket sicher. Den Matchball will das Team trotz prominenter Ausfälle nutzen.

 Österreichs Nationaltrainer Ralf Rangnick.

Österreichs Nationaltrainer Ralf Rangnick.

Foto: AP/Fredrik Sandberg

Fast täglich erreichten Ralf Rangnick weitere schlechte Nachrichten. Kapitän David Alaba? Fällt aus. Stefan Posch? Fällt aus. Marko Arnautovic? Fällt aus. Kurz vor dem „Endspiel“ um das Ticket für die EURO 2024 gegen Belgien plagen Österreichs Teamchef große Personalsorgen - den Kampfgeist schwächt das allerdings nicht.

„Wir werden versuchen, eine Mannschaft ins Rennen zu schicken, die den Belgiern einen richtig guten Fight liefert und in der Lage ist zu punkten“, betonte Rangnick vor dem entscheidenden EM-Qualifikationsspiel am Freitag (20.45 Uhr/DAZN) in Wien. Noch deutlicher wurde Romano Schmid: „Wir werden auf Sieg spielen“, versprach der Bremer Mittelfeldspieler.

Denn mit einem Erfolg gegen die Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco würde sich Österreich bereits vorzeitig für die Endrunde in Deutschland im kommenden Jahr qualifizieren. In der Gruppe F liegen Rangnick und Co. mit 13 Zählern aus fünf Spielen auf Rang zwei hinter den punktgleichen Belgiern, sieben Punkte Vorsprung hat das Spitzenduo vor Verfolger Schweden.

Dabei muss Rangnick auf einige prominente Namen verzichten. Die Stürmer Arnautovic (Inter Mailand) und Karim Onisiwo mussten ebenso wie Abwehrspieler Phillipp Mwene (beide 1. FSV Mainz 05) bereits im Vorfeld absagen. Am Montag kamen noch Alaba und Posch dazu, die beide mit muskulären Problemen zu kämpfen haben.

Beim 3:1 in Schweden hatten die beiden ehemaligen Bundesliga-Profis wie auch Doppeltorschütze Arnautovic und Mwene noch in der Startelf gestanden. Ebenso BVB-Profi Marcel Sabitzer und der Freiburger Michael Gregoritsch, der den Sieg mit seinem Treffer eingeleitet hatte. Doch auch hinter ihrem Einsatz stehen laut Rangnick Fragezeichen. Sabitzer nahm zumindest das Mannschaftstraining wieder auf, der Coach will allerdings kein Risiko eingehen. Das betonte er wiederholt.

Der 65-Jährige steht vor einer kniffligen Aufgabe. Bereits die Kaderzusammenstellung sei mit Blick auf die Ausfälle „nicht ganz einfach“ gewesen, gab der ÖFB-Coach zu. Die Anzahl der Muskelverletzungen sei zu einem so frühen Zeitpunkt „ungewöhnlich“. Bei der Nominierung habe er sich „wie am Ende einer langen Saison“ gefühlt.

Zuversicht herrscht dennoch. „Es fallen natürlich wichtige Spieler aus, das tut schon weh“, sagte der Kölner Dejan Ljubicic. Die Mannschaft habe aber „viel Qualität“ und könne es auch mit den vorhandenen Spielern „packen“. Österreich befinde sich jedenfalls „in einer großartigen Ausgangssituation“, betonte der Ex-Stuttgarter Sasa Kalajdzic.

Das sind auch die Belgier, die in Romelu Lukaku den derzeitigen Topscorer der Qualifikation in ihren Reihen haben. Der Star-Angreifer von der AS Rom führt das Ranking mit acht Treffern aus fünf Spielen an.

Aber Österreich habe bereits bei der ersten Begegnung (1:1) „gesehen, was für uns möglich ist“, sagte Ljubicic: „Wir können sicher optimistisch sein.“ Weitere Gelegenheiten, die zur Qualifikation benötigten zwei Zähler zu holen, bieten sich in Aserbaidschan (Montag) und Estland (16. November).

Doch bereits gegen Belgien, betonte Ljubicic, werde „jeder alles dafür geben, dass wir drei Punkte holen“.

(SID/loy)
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