Vor dem EM-Halbfinale Schlägerei zwischen Niederlande- und England-Fans in Dortmund

Dortmund · Rund zwei Stunden vor dem Anpfiff des EM-Halbfinals zwischen England und den Niederlanden fliegen in einem Restaurant Stühle und Gläser. Dennoch bewertet die Polizei den Tag als vorwiegend friedlich.

Polizeibeamte halten einen Fußballfan vor dem Halbfinalspiel zwischen den Niederlanden und England bei der Fußball-Europameisterschaft fest.

Polizeibeamte halten einen Fußballfan vor dem Halbfinalspiel zwischen den Niederlanden und England bei der Fußball-Europameisterschaft fest.

Foto: dpa/Markus Schreiber

Trotz einiger Auseinandersetzungen vor dem EM-Halbfinale zwischen den Niederlanden und England blickt die Polizei „auf eine weitgehend friedliche Vorspielphase zurück“. Vor drei Restaurants sei es zu Streitereien zwischen beiden Fangruppierungen gekommen, teilte die Polizei am Mittwochabend kurz nach dem Anpfiff mit. Am späten Abend hieß es, es lägen insgesamt 26 Ingewahrsamnahmen vor - und die Ermittlungen dauerten noch an.

Nach Polizeiangaben stießen unter anderem in einer Bar in der Kleppingstraße zwei Personengruppen aus England und den Niederlanden zusammen. Dabei warfen die Personen auch mit Gegenständen, unter anderem mit Flaschen und Stühlen. Auch in zwei weiteren Lokalitäten an der Örtlichkeit Schuhhof und in der Betenstraße musste die Polizei Dortmund bei Auseinandersetzungen zwischen Niederländern und Engländern einschreiten. Entsprechende Strafanzeigen würden gefertigt, so die Polizei.

Polizeibilanz für das Halbfinale in Dortmund: „Das Gros war völlig friedlich“

„Man muss das auch in Relation sehen“, ordnet Polizeiführer Achim Stankowitz die Auseinandersetzungen in die Abschlussbilanz ein: „Das Gros der Menschen ist völlig friedlich geblieben und darüber freuen wir uns. Dass es an ein paar Orten zu Auseinandersetzungen kommt, ist bei so einer großen Menschenmenge und den Emotionen bei einer Fußballbegegnung kaum zu verhindern. Wichtig war, dass wir zeitnah vor Ort waren und weitere Eskalationen dank unseres schnellen Eingreifens sofort unterbinden konnten.“

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Die Polizei berichtete, dass der Abreiseverkehr beider Fanlager nach dem Schlusspfiff zügig begann. Allerdings kam es dabei zu starken Behinderungen des Verkehrs, sowohl auf der A40 in Richtung Essen als auch auf zahlreichen weiteren Straßen in Dortmund. Unter anderem musste der Königswall zwischenzeitlich aufgrund der Menschenmassen gesperrt werden.

Noch ist unklar, von wem Streitereien ausgingen

Über die Anzahl der verletzten Personen, Ingewahrsamnahmen und Festnahmen am Rande des EM-Halbfinales könne noch keine Auskunft getroffen werden, hieß es von Seiten der Dortmunder Polizei am frühen Mittwochabend. Die Beamten seien schnell vor Ort gewesen, um weitere Eskalationen zu verhindern. Auch sei unklar, von welcher Gruppe der Angriff ausging und was der Auslöser war. In den Sozialen Medien kursierten in der Zwischenzeit mehrere Videos, die die Auseinandersetzung der beiden Fangruppen – unter anderem vor dem Lokal der Restaurantkette Sausalitos – zeigen sollen.

Beim Public Viewing im Westfalenpark wurden einige für die Veranstaltung errichtete Zäune durchbrochen. Auswirkungen auf den Verlauf des Events habe dies jedoch nicht gehabt, teilte eine Sprecherin der Host City auf dpa-Nachfrage mit.

Rund 100.000 niederländische Anhänger zogen am Mittwoch vor der Partie (21 Uhr/ARD und Magenta TV) singend und hüpfend durch die Innenstadt in Richtung Stadion und Public Viewing im Westfalenpark. Das sei laut Polizeiangaben der bislang größte Fanmarsch, den die Stadt je erlebt hat. Auch rund 30.000 englische Fans seien unterwegs gewesen.

(rent/lonn/dpa/SID)