Testspielpleite gegen Brasilien: Dänemark präsentiert sich richtig schwach

Testspielpleite gegen Brasilien : Dänemark präsentiert sich richtig schwach

Knapp zwei Wochen vor der EM präsentiert sich "Danish Dynamite" wenig explosiv. Bei der Pleite gegen Brasilien offenbarte der deutsche Gruppengegner noch reichlich Schwachstellen.

Eine wackelige Abwehr, ein harmloser Angriff und ein patzender Torwart — knapp zwei Wochen vor der EM ist der deutsche Gruppengegner Dänemark meilenweit von seiner Bestform entfernt. Nach der völlig verdienten 1:3-Niederlage in Hamburg gegen Brasilien befindet sich "Danish Dynamite" noch auf der Suche nach dem Zünder.

Im dänischen Lager spielte man die Bedeutung der Pleite gegen eine bessere B-Elf des Rekordweltmeisters herunter. "Wir wissen, dass noch etwas fehlt. Aber wir haben noch zwei Wochen Zeit, da bin ich beruhigt. Danach haben wir eine Chance gegen jeden", sagte Dänemarks Trainer Morten Olsen.

Kahn beruhigt Deutschland

Weitaus deutlichere Worte fand Torwart-Titan und TV-Experte Oliver Kahn. "So, wie die Dänen hier auftreten, muss uns sicher nicht Bange sein in der Gruppe", sagte Kahn bereits in der Halbzeitpause.

Wie ein Gruselfilm dürften die ersten 45 Minuten der Partie gegen die Südamerikaner auf Olsen und die 40.000 dänischen Fans in der Hamburger Arena gewirkt haben. Der patzende Keeper Thomas Sörensen, der beim 0:1 einen harmlosen 25-Meter-Schuss von Hulk durch die Arme flutschen ließ (8.), war jedoch bei weitem nicht das einzige Problem. Die schwerfällige Abwehr um Simon Kjaer (AS Rom) und Daniel Agger (Liverpool) sah bei den weiteren Gegentoren (Eigentor Niki Zimling/13. und Hulk/40.) schlecht aus. Und das Spiel nach vorne fand zunächst gar nicht statt.

"Fehler müssen wir abstellen"

"Sicherlich tut das weh, und wir sind enttäuscht. Aber wir sind erst seit Freitag zusammen. Die Fehler müssen wir abstellen, wenn es richtig losgeht", sagte der ehemalige Schalker Mittelfeldspieler Christian Poulsen. Team-Kollege Christian Eriksen bezeichnete die Brasilien-Pleite als "Wake-Up-Call" (Weckruf) vor dem EM-Auftakt gegen die Niederlande am 9. Juni in Charkow.

Stürmer Nicklas Bendtner, der bis auf sein Anschlusstor (70.) kaum in Erscheinung trat, setzt auf den Lerneffekt im dänischen Team. "Wir müssen auf die zweite Halbzeit schauen und das Positive mitnehmen", sagte der Angreifer vom FC Sunderland: "Aus den Fehlern im ersten Durchgang müssen wir lernen. Denn wenn wir die Vorrunde überstehen wollen, können wir nicht so spielen wie in der ersten Halbzeit."

Dänemark ist krasser Außenseiter

Der Europameister von 1992 gilt vor den Spielen gegen die Niederlande, Portugal (13. Juni) und Deutschland (17. Juni) als krasser Außenseiter der Vorrundengruppe B - eine Rolle, die den Dänen durchaus gefällt. "Klar würde ich lieber Favorit sein in unserer Gruppe, aber das sind wir nicht", sagte Olsen: "Alle drei Gegner gehören zu den Favoriten des Turniers, die müssen weiterkommen. Wir wollen."

Eine Gelegenheit bleibt dem Trainer noch, den Zünder des dänischen Dynamits zu finden und sich etwas mehr Selbstbewusstsein für den EM-Start zu holen. Am nächsten Samstag testet sein Team im heimischen Kopenhagen gegen Australien.

Hier geht es zur Bilderstrecke: EM-Test 2012: Dänemark - Brasilien

(sid)
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