Kommentar zu Eintracht Frankfurt: Peter Fischer spielt mit dem Feuer

Choreo-Chaos in Frankfurt : Eintracht-Präsident Fischer spielt mit dem Feuer

Frankfurt ist ins Achtelfinale der Europa League eingezogen. Die imposante Vorstellung der Eintracht rückt aber durch das Choreo-Chaos in den Hintergrund. Hauptschuldiger dafür ist der eigene Präsident.

Es sollte ein berauschender Europapokalabend in Frankfurt werden. Doch der 4:1-Erfolg der Eintracht gegen den ukrainischen Meister Shakhtar Donezk rückte in den Hintergrund. Vor der Begegnung griffen Frankfurter Ultras Polizisten im Stadion an, nachdem die Ordnungshüter in den Block marschierten und ein Banner beschlagnahmten, auf dem wohl der hessische Innenminister Peter Beuth beleidigt wurde. Daraufhin sagten die Ultras aus Protest eine große Choreographie kurzerhand ab. Auslöser der gesamten Aktion war Peter Fischer, Präsident der Eintracht.

Der 62-Jährige forderte in einem Interview mit dem Streaming-Dienst Dazn vor der Partie gegen die Ukrainer, dass das Stadion brennen soll. Das kann man noch metaphorisch verstehen. Alarmierend ist allerdings in diesem Zusammenhang die darauffolgende Ankündigung: „Ihr (Dazn, Anm. d. Red.) sollt kaputtgehen, weil ihr so viel Licht habt und das Spiel für euch etwas neblig wird.“ Ein klarer Aufruf an die Eintracht-Fans, Pyrotechnik zu zünden - und das vor laufender Kamera.

Das ist als Präsident eines Fußball-Klubs nicht nur grob fahrlässig, da die Eintracht bereits wegen diverser anderer Vergehen bei der Uefa unter Bewährung spielt. Das ist auch absolut unsolidarisch gegenüber anderen Bundesliga-Klubs, die eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Pyrotechnik in deutschen Stadien betreiben. Die Folge seiner wirren Aussage: Die Polizei wurde auf den Plan gerufen, die einen Pyro-Einsatz von den Fans befürchtete. Er ist also Auslöser allen Übels.

Fischer, der bundesweit bekannt wurde, weil er AfD-Wähler keine Vereinsmitgliedschaft bei Eintracht Frankfurt gewährt, ist ein integrer Mann, der durch seinen Einsatz für demokratische Werte viel Gutes für seinen Klub geleistet hat. Ausgerechnet dieser Mann rückt nun den Verein in ein schlechtes Licht. Im Fußball muss das zwingend eine Gelbe Karte nach sich ziehen – und zwar von der Uefa.