Eintracht Frankfurt: Trainer Adi Hütter muss im Saisonendspurt für Frische gefordert

Fehlende Frische beim 1:1 in Wolfsburg : Eintracht-Trainer Hütter muss Fingerspitzengefühl beweisen

Mit dosiertem Training und so vielen Regenerationsphasen wie möglich will Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter seine Mannschaft sowohl in der Bundesliga als auch in der Europa League auf Erfolgskurs halten.

Schon bei der hastigen Rückreise zählte für Eintracht Frankfurt jede Minute. Kurzer Charterflug statt langer Busfahrt in die Nacht hinein - die Hessen müssen im Saisonendspurt mit ihren Kräften haushalten. Und angesichts der aktuellen Terminhatz zwischen Bundesliga und Europa League behielt Trainer Adi Hütter nach dem 1:1 (0:0) beim VfL Wolfsburg seine innere Enttäuschung bei sich.

"Wenn man unser Pensum in diesem Jahr betrachtet, muss man auch mal mit einem Punkt zufrieden sein", sagte der Österreicher, auf den für die Gäste unglücklichen Spielverlauf blickend. Denn erst in der Schlussminute hatten die Niedersachsen durch ein Tor ihres aufgerückten Abwehrchefs John Anthony Brooks die Frankfurter Führung durch Jonathan de Guzman (78.) ausgeglichen.

Letztlich das Resultat einer physischen, in den Schlussminuten aber auch mentalen Müdigkeit, der Kraftakt vom 2:0-Triumph im Viertelfinal-Rückspiel gegen Benfica Lissabon wirkte da nach. Sogar bei Torhüter Kevin Trapp: "Ja, wir waren müde, gar keine Frage."

Und so ist beim Eintracht-Coach vor den beiden Heimspielen gegen Hertha BSC am Samstag (15.30 Uhr/Sky) sowie gegen den FC Chelsea am 2. Mai (21.00 Uhr/DAZN und RTL) Fingerspitzengefühl bei der Belastungssteuerung gefragt. So viele Übungseinheiten wie nötig, so wenig Training wie möglich, da gilt es für den 49-Jährigen, eine ausgewogene Mischung zu finden.

Hütter bleibt da positiv: "Natürlich ist das ein absolutes Mammutprogramm. Aber wir sind ja bislang gut durchgekommen." Eine glatte Untertreibung, denn die Hessen sind der Qualifikation für die Champions League sehr, sehr nahe. Durch das Remis in Wolfsburg wuchs der Vorsprung des Tabellenvierten auf den nächsten Verfolger Borussia Mönchengladbach auf zwei Punkte an - plus der deutlich besseren Tordifferenz.

Sogar der völlig verpatzte Saisonstart des Pokalsiegers hatte angesichts des aktuellen Stresses ganz offensichtlich etwas Gutes. Nach einer 0:5-Schlappe im Supercup gegen Bayern München blamierte sich der Cupverteidiger in der ersten Runde des DFB-Pokals und verlor beim Viertligisten SSV Ulm 1846 mit 1:2.

Eine Krise, die für freie Spieltermine sorgte und die neuformierte Truppe schneller als erhofft zusammenschweißte. Die sportliche Ernte soll jetzt eingefahren werden.

(lt/sid)
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